Betäubt und vergewaltigt – Pelicot-Fälle in Deutschland
Shownotes
Als Ende Juli kurz die Grenze zur spanischen Enklave Ceuta offen war, versuchten Tausende junge Marokkaner:innen, nach Spanien zu kommen. Unter ihnen die 26-jährige Fußballerin Faten El Aziz, die bei dem Fluchtversuch ertrank. taz-Reporter Christian Jakob hat Fatens Mutter Zuhause in Marokko besucht, er berichtet von einem Ort, an dem Europa und Afrika sich so nah sind wie nirgends sonst.
Überall in Deutschland werden gerade Prozesse gegen Männer geführt, die ihre Partnerinnen betäuben, vergewaltigen und filmen. Ärzte, Polizei, Gerichte müssen erst einmal lernen, mit solchen Pelicot-Fällen umzugehen, berichtet Nadine Conti, Niedersachsen-Korrespondentin der taz. Sie hat sich die Gerichtsverhandlungen zum Pelicot-Fall in Hannover angesehen.
📖 Zu den Texten aus der wochentaz vom 26.09.2026
- Neue Zweige für ihr Grab, von Christian Jakob
- Betäubend, von Nadine Conti, Lilly Schröder und Anna Simbürger
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Transkript anzeigen
00:00:00: Hi, ihr hört reingehen dem Podcast zur Wochentats.
00:00:03: Immer samstags sprechen wir hier über zwei Recherchen aus unserer Wochenzeitung und zwar mit den Autorennen.
00:00:10: Diese Folge dreht sich um zwei sehr unterschiedliche Geschichten denen aber eines gemeinsam ist es geht um die Selbstbestimmung von Frauen.
00:00:18: Als Ende Juli kurz die Grenze offen war versuchten tausende junge MarokkanerInnen nach Spanien zu kommen unter ihnen die.
00:00:29: Mein Kollege Christian Jakob hat Vatens Mutter zu Hause in Marokko besucht.
00:00:34: Er berichtet von einem Ort, an dem Europa und Afrika sich so nah sind wie nirgends sonst Überall.
00:00:41: in Deutschland werden gerade Prozesse gegen Männer geführt die ihre PartnerInnen betäuben vergewaltigen und filmen.
00:00:47: Ärzte-Polizeigerichte müssen erst einmal lernen mit solchen Pelikofällen umzugehen.
00:00:53: Berichtet meine Kollegin Nadine Conti Die sie Verhandlungen in Hannover angesehen hat.
00:00:59: Mein Name ist Stefan Hunglinger, wir gehen rein.
00:01:05: Ich freue mich sehr dass Christian Jakob jetzt hier ist.
00:01:07: Hallo Christian!
00:01:08: Hallo!
00:01:09: Christian du arbeitest im Tatsressor Reportage und Recherche und beschäftigst dich für die Tatz aber auch in eigenen Büchern viel mit dem Thema Migration In allen seinen Facetten.
00:01:22: Für die Wochentatzt bist Du jetzt nach Marokko gereist um mehr zu erfahren über das Schicksal der Ende Juli an einer marokanisch-europäischen Grenze gestorbenen Fußballerin, Fattenbin Omael Assis.
00:01:35: Fatten war es sechsundzwanzig – hatte eigentlich ihr ganzes Leben noch vor sich!
00:01:39: Du warst bei ihrer Mutter zu Hause?
00:01:41: Du warste mit der Mutter auf dem Friedhof, wo Fatten jetzt
00:01:44: liegt?!
00:01:46: Bevor wir über sie selbst sprechen, nimm uns doch gedanklich einmal in ihre Heimatstadt Tethorn.
00:01:52: Was sehe ich wenn ich in Tethoren aus dem Bus steige?
00:01:57: Wie riecht es da, wie fühlt sich das an?
00:01:59: Also Teton is eine Großstadt im Norden Marokkos in der Nähe von Ceuta und Tanga.
00:02:04: In der Näher des Mittelmeers ist nicht in einer ebenden briffgebirges- und es ist ne sehr geschäftige Stadt, in der man sehr stark die Vermischung dieser kulturellen Geschichte sieht.
00:02:16: auf der einen Seite starke sichtbare Einflüsse der spanischen Kolonialzeit oder Protektuatszeit und ist natürlich gleichzeitig eine arabisch marokkanische Stadt, die auch so aussieht.
00:02:28: Wie ich gelernt habe, ich bin gar kein Fußballfan, aber wie ich gelernt hab auch durch deine Geschichte ist Marokko ein fußballbegeistertes Land.
00:02:35: Es soll dort zusammen mit Spanien, Portugal und latinamerikanischen Ländern die FußballwM der Männer ausgetragen werden in Städten wie Casablanca & Fez.
00:02:48: Den Fußball kann man das so sagen du meintest schon spanische Prägung gibt es in Marokco.
00:02:53: haben sie den Spanier nach Marokka gebracht?
00:02:56: Kann man das so sagen?
00:02:57: Das
00:02:57: weiß ich nicht, aber ich weiß dass es heute sozusagen allgegenwärtig ist.
00:03:01: In jeder Bar in jedem Café läuft eigentlich immer eine Leinwand mit irgendeinem Fußballspiel.
00:03:06: also das Fußball ist ein ganz großes Ding in Marokko und natürlich nicht so wie der Männerfußball, aber schon auch Frauenfußballs.
00:03:15: Und das ist eben auch einer der Gründe warum das Schicksal von Faten so bekannt geworden ist weil sie eben eine ja regional doch recht bekannte Frauenfuußballerin war.
00:03:25: Lass uns noch mal reingehen in diese historischen Verbindungen, die es gibt zwischen Marokko und dem afrikanischen Kontinent.
00:03:33: Und Spanien und im europäischen Kontinent?
00:03:37: Wie weit reicht das zurück?
00:03:38: Das reicht sehr weit zurück.
00:03:40: also ich habe den Texte so ein bisschen darauf abgestellt dass die Unterschiede, die so hart gezogen werden zwischen Europa und Afrika In dieser Region Norden Marokos eigentlich gar nicht so funktionieren.
00:03:51: Also Spanier Vor allem Analyse in der Süden.
00:03:53: Spanien ist über sehr, sehr lange Zeit.
00:03:55: Achthundert Jahre mindestens von Muslimen beherrscht worden die aus dem Gebiet des heutigen Marokos kamen als dann deren Herrschaft zurückgeschlagen wurde vor den Spaniern.
00:04:04: Sehr, sehr viele Menschen von dort geflüchtet in die Region des heutige Tetrans.
00:04:08: also das grote Bevölkerung hat da oder einen Großteil hat Wurzeln die gewissermaßen ins heutige Spanier zurückgleichen.
00:04:15: In Spanian hat dann weite Teile Marokhos erobert immer wieder auch unter seine Kontrolle gestellt.
00:04:21: T-Touan, die Stadt um das geht war die Hauptstadt des Protektorats in Spanisch Marokkos.
00:04:26: Spanien ist überall noch da.
00:04:28: also eigentlich ist hier die Ansprache in Marokko französisch.
00:04:32: Die Sprache der späteren Kulonial macht das keinern niemand.
00:04:34: Die können meistens ein paar Wörter spanisch und die Orientierung ist ganz klar in Richtung Spanian.
00:04:39: wenn man junge Menschen fragt wo wollt ihr hin?
00:04:41: Dann ist die Antwort nach Spanier
00:04:44: Und Spanieren ist ja immer noch präsent auch im Lande im Sinne von Enklaven, da gibt es zum einen Meirier und zum anderen Ceuta.
00:04:53: Also Städte die Umgeben von Marokko auf dem afrikanischen Kontinent liegen aber zu Spanien gehören und damit auch zur Europäischen Union gehören.
00:05:04: Genau das ist ja seit sehr langer Zeit so also seit hunderten von Jahren sind diese Gebiete von Spanian kontrolliert.
00:05:10: Das sind natürlich relikte kolonialer Herrschaft an denen sich jetzt aber die Auseinandersetzung nochmal wieder hochgezogen haben.
00:05:17: Es sind ja die einzigen Landgrenzen, die Europa und Afrika teilen – das weiß man ja aus der Berichterstattung in den letzten Jahren enorm hochgerüstet worden, viele Millionen Euro hat mir ausgegeben um da sagen die Migration abzuwehren.
00:05:30: Das Verhältnis von Spanien und Marokko ist ganz wesentlich davon bestimmt dass Marokco auch den Türsteher spielt für Spanian sehr viel Geld kassiert und Spanier sich da zu einem großen Stück auch abhängig gemacht hat.
00:05:42: es gab jetzt mehrfach die Situation dass Marokko die Bewachung dieser Grenze kurzzeitig eingestellt hat, offensichtlich um politischen Druck auf Spanien zu machen.
00:05:52: Und das war ja auch einer der Faktoren bei dieser Situation Ende Juli über die so viel berichtet geworden ist, wo Maroko kurzzeitig gewissermaßen die Tore aufgemacht hat und dann in sehr kurzer Zeit eine enorme Zahl von jungen Marokkanerinnen und Marokhanern – auch Menschen aus anderen Ländern aber überwiegend Marokkane – also nach Ceuta hineingedrängt haben, zum Teil ja auch noch da sind.
00:06:15: und es ist ein riesiges Politikum auf beiden Seiten der Grenze in Spanien aber auch in Marokko.
00:06:20: Obwohl Marokco da die Grenze quasi aufgegeben hat war das ja mit großem Risiko verbunden was die jungen Leute da auf sich genommen haben.
00:06:30: warum nehme ich so einen Risiko auf mich?
00:06:32: wo?
00:06:32: Warum ist der Druck so stark Richtung Europa zu drängen?
00:06:36: Also ich würde sagen, dass jetzt speziell dieser Tag, um den es da geht, der dreißigste Juli eigentlich derweil wurde das Risiko am kleinsten war.
00:06:42: Es gab natürlich eine erschreckend Tourzahl von Toten.
00:06:45: Es sollen über hundert gewesen sein.
00:06:47: in der Regel waren das Menschen die ertrunken sind als sie außen rumgeschwommen sind.
00:06:51: Man muss das ein bisschen ins Verhältnis setzen zu dieser enormen Zahl von Grenzübertritten über seventy tausend Zollens.
00:06:56: gewesen ist das natürlich insofern recht, als dass an allen anderen Tagen, an denen die Soldaten die Grenze wie üblich bewachen auch Menschen versuchen zu überwinden und da dauern es ja Todesfälle zu beklagen gibt.
00:07:10: Und das ist ja in anderen nordafrikanischen Ländern also nahmen nicht Libyen- und Tunisien nicht anders.
00:07:16: Die Frage ist sehr berechtigt warum ist der Druck so groß?
00:07:20: Dass viele sagen.
00:07:21: also ich nehme all diese Gefahren noch auf mich um nach Europa zu kommen Und die Antwort ist da in der Regel schon, die wirtschaftliche Situation.
00:07:29: Marokko ist für afrikanische Verhältnisse kein armes Land also es eher eines der wohlhabenderen aber...
00:07:36: Es gibt zum Beispiel viel Tourismus.
00:07:38: ich glaube das afriikanische Land mit dem meisten Tourismus?
00:07:41: Genau unter anderem!
00:07:41: Es gibt auch viele Rohstoffvorkäufe aus den Exporte.
00:07:46: Aber auch anderes ist es durchaus eine florierende Wirtschaft.
00:07:49: Die hat jetzt nach auch mit Problemen zu kämpfen, aber insgesamt ist es für afrikanische Verhältnisse eher eine gut funktionierende Wirtschaft.
00:07:59: Aber die Menschen unter, sagen wir, dreißig Jahren haben trotzdem oft große ökonomische Schwierigkeiten und die meisten von ihnen arbeiten wenn überhaupt im informellen Sektor.
00:08:09: dafür dient man wenig Geld.
00:08:11: Die Preise sind hoch insbesondere Vermiete, insbesondere in den Städten und irgendwie hat sich bei vielen das Gefühl breit gemacht Das wird nicht besser.
00:08:19: Also es gibt eine große Unzufriedenheit und Frustration mit der herrschenden Klasse, die natürlich einerseits aus dem politischen Betrieb besteht aber eben auch mit dem Königshaus das da ganz maßgeblich immer noch die Fäden in der Hand hält.
00:08:33: und es gibt ja Frustation, große Proteste vor allem im vergangenen Jahr.
00:08:38: GnC-Proteste viel Repression auch Bei vielen das Gefühl, woanders wären wir besser dran.
00:08:46: Wir versuchen zu machen anders, wenn es irgendwie
00:08:47: geht.".
00:09:13: War das auch diese Perspektivlosigkeit, die du gerade beschrieben
00:09:16: hast?
00:09:17: Genau.
00:09:18: Also es wird sicherlich ein Faktor gewesen sein.
00:09:20: Die ökonomische Situation dieser Familie war sehr prekär.
00:09:23: Sie ist früh von der Schule abgegangen und hat dann mit ihrer Mutter zusammen informell auf dem Friedhof der Stadt gearbeitet.
00:09:30: Das ist ja vielfach beschrieben worden.
00:09:32: Das war keine reguläre Beschäftigung.
00:09:35: Da war nicht viel Geld zu machen mit der Grabpflege was sie da getan haben Und es war offensichtlich da wenig anderes für sie In Sicht, es ging insgesamt vier weitere Geschwister und da ist schon sehr oft wenig Jahre auf der Schule.
00:09:52: Wenig formelle Bildung, schlechte Jobaussichten und irgendwie keine Aussichtaufbesserungen.
00:09:59: Obwohl sie ja quasi zumindest regional eine bekannte Fußballerin war?
00:10:04: Das war so – damit hat man nicht viel verdient.
00:10:06: also als Fußballerin durchaus erfolgreich kann man sagen Aber das hat finanziell wenig Auswirkungen gehabt, also Frauenfußballessenz insgesamt in der Regel schlechter bezahlt und in der Regionalliga ist da so wenig zuholen.
00:10:19: Und deswegen hat auch sie sich gesagt ich gehe nach Spanien.
00:10:22: Der große Bruder lebt seit Jahren dort, hat seine Familie in Marokko zurückgelassen, schickt Geld.
00:10:28: Der zweite älteste Bruder hat als dann die Nachricht sich verbreitet, hat die Grenze nach Ceuta jetzt offen man kann es versuchen überzugehen für den wir sofort klar ergeht mit der Mutter so abgestimmt, abgesprochen und die hat das unterstützt.
00:10:44: Und dann haben wir bei den beiden jüngeren Töchter gesagt, wir gehen auch.
00:10:47: Also Fahrtinnen und die jüngere Schwester, die erst fünfzehn Jahre alt war, die sollten nicht, die Mutter wollte es nicht.
00:10:53: und die haben aber gesagt, wenn alle gehen, dann probieren wir's
00:10:55: auch.".
00:10:56: Die Jüngere Tochter überlebt?
00:10:59: Hat sie gut
00:10:59: erreicht?".
00:11:01: Ist sie mittlerweile zurück bei der Mutter oder noch?
00:11:03: Ja,
00:11:04: die sind ja zu dritt.
00:11:05: Drei Geschwister ins Gesund rübergegangen.
00:11:06: Die jüngere Schwester hat nach zwei Wochen in CO dafür gebracht und ist dann zurück nach Teto an gegangen.
00:11:12: Und der ältere Bruder ist nach wie vor dort und hofft soweit ich weiß den Aufenthaltsrecht für Spanien zu bekommen was wahrscheinlich so nicht passieren wird.
00:11:23: Ganz besonders tragisch an der ganzen Geschichte ist auch das Nachfalt ins Tod.
00:11:27: bekannt wurde Ihr Visum für Spanien, das sie eigentlich heimlich beantragt hatte, genehmigt wurde.
00:11:35: Trotz schlechter Aussichten auf dieses Visum.
00:11:38: Das stellt ja auch die Frage was sich da ändern muss?
00:11:41: Was die regulären Wege von Migration angeht zwischen Marokko und Europa –was muss sich da ändern deiner Meinung
00:11:48: nach?".
00:11:49: Das ist ja eine sehr alte Diskussion also grundsätzlich es junge Afrikanerinnen ausgesprochen schwierig, Visa für Europa zu kriegen.
00:11:56: Das ist natürlich der Grund dafür dass so viele sich für diese irregulären Wege entscheiden.
00:12:01: wer unverheiratet ist keine Kinder hat keine Immobilie keine feste Anstellung wird normalerweise bei Visa Anträgen so nicht berücksichtigt das wir in der Regel abgelehnt.
00:12:11: es war hier interessanterweise eine Ausnahme.
00:12:14: dieser Ausnahmen gibt's natürlich aber sie sind selten Tatsächlich.
00:12:18: eine wahnsinnige Tragik, dass ausgerechnet an einem Tag nach ihrem Tod die Familie das erfährt.
00:12:23: Das ist da dieses Visum dann doch begeben hat.
00:12:25: aber ganz grundsätzlich kann man sagen, dass jetzt vor allem in den letzten zehn Jahren die große Tendenz es noch restriktiver zu werden bei der Visa-Vergabe also die große Frage, die die europäische Politik stellt natürlich die wir kriegen wird zurück die hergekommen sind aber nicht bleiben dürfen und nicht wie öffnen Legale Wege.
00:12:44: Das war zwischenzeitlich anders als es zum Beispiel den UN-Kompakt für Migration gegeben hat vor einigen Jahren da ging, weil die Diskussion schon, wie können wir denn Migration geregelt formalisiert offener irgendwie gestalten Zugänge auch für vielleicht geringer Qualifizierte zum europäischen Arbeitsmarkt schaffen?
00:13:02: Volkswetter sagen seit langem dass in den alternden europäischen Gesellschaften kein Weg an einer Öffnung des Arbeitsmarktes auf Immigration von außerhalb vorbei führt.
00:13:11: aber der politische Wille ist natürlich sehr gering ausgeprägt, dass es umso schwieriger noch geworden je stärker die Rechtspopulisten geworden sind.
00:13:19: Also nur wenige trauen sich heute zu sagen wir werden nicht drumherum kommen Europa offen zu halten denn wird das nicht tun wird die wirtschaftliche Situation auch die Daseinsvorsorge in vielen Bereichen immer schwieriger.
00:13:33: Das ist eine sehr unpopuläre Haltung geworden.
00:13:35: obwohl die wirenschaftlichen Realitäten eigentlich wieder eine klare Sprache sprechen Und weil es eben so wenig Veränderung in dieser Frage gibt und so wenige reguläre Wege offenstehen, ist der Migrationsdruck ebenso hoch wie er ist.
00:13:51: Vielen Dank Christian, dass du hier warst und über deine Reise besprochen hast.
00:13:54: Du warst ja auch noch Inseota und hast dir angeguckt die Situationen der jungen Geflüchteten, die da immer noch ausharren.
00:14:02: Davon kann man auch lesen in deiner Wochentatsgeschichte und bestimmte auch noch in weiteren Texten Und auch zu anderen Migrationsthemen, die es zu uns auf dem Laufenden halten.
00:14:13: Bleib jetzt aber bitte noch kurz, denn treu reingehen, Hörerinnen wissen was jetzt noch
00:14:18: kommt.
00:14:22: Das Ding der Woche.
00:14:23: Das ding der Woche kommt diese Woche tatsächlich als Ding zu dir?
00:14:27: Okay,
00:14:27: ich bin gespannt.
00:14:28: Es befindet sich in diesen ... Habt ihr's schon mal gehabt und sonst waren sie immer Fotos oder Kopien, das ist tatsächlich ein Ding.
00:14:37: Ein Rubik-Würfel!
00:14:39: Das ist dieser bunte, bundgeschäkte Würfel, an dem man drehen kann.
00:14:43: Drehen kann und dann irgendwann schafft oder auf meistens nicht schafft das alle Farben also alle Kästen auf einer Seite die gleiche Farbe
00:14:50: haben?
00:14:50: zwei drei vier.
00:14:54: Kannst du dir vorstellen?
00:14:56: Keine Ahnung
00:14:57: Mann
00:14:57: warum
00:14:58: das Ding der Woche ist?
00:15:00: Hat es irgendwas mit Ungarn zu tun?
00:15:01: Der Erfinder war Ungar.
00:15:03: Der Erfinder war Unger aber es ist ein sehr populäres Spiel in China.
00:15:08: Und diese Woche wurde in China der Weltrekord der Frauen, nämlich geknackt und zwar von einer sechsjährigen.
00:15:17: Und ich habe gerade schon runtergezählt.
00:15:18: du drehst da fleißig dran rum.
00:15:20: aber dieses junge Mädchen Lian Yunxi hat die Lösung in vier Komma fünf zwei Sekunden
00:15:28: kaum zu glauben gefunden.
00:15:30: so schnell konnte die das?
00:15:31: Ich hab mich bei diesen Leppelwerben immer gefragt ob es eigentlich vergleichbar ist weil wir wahrscheinlich eine unterschiedliche Ausgangslage haben und dass dann vielleicht unterschiedlich Kompliziert ist, sie auf die richtige Seite zu drehen.
00:15:42: Aber ... Vier Komma zwei Sekunden ... Ich
00:15:44: kann mir vorstellen, dass Sie schon dieselbe Ausgangslage haben quasi?
00:15:47: Bei
00:15:47: allen Wettbewerben immer okay!
00:15:49: Meinst du
00:15:49: nicht?!
00:15:50: Wenn Sie immer alle die Daiche hätten dann könnten Sie ja...
00:15:52: Zumindest alle, die antreten gegeneinander.
00:15:56: Ja, vier Komma Zwei Sekunden.
00:15:57: Du hast
00:15:57: ja Kinder, möchtest du denen denn mitnehmen vielleicht?
00:16:00: Ich glaube, die müssen noch ein bisschen älter werden
00:16:02: aber
00:16:03: für die Zukunft.
00:16:05: Schön, dass du da was guckst.
00:16:06: Danke für die Einladung!
00:16:07: Tschüss!
00:16:13: Bevor es weitergeht, ein kleiner Hinweis in eigener Sache.
00:16:17: Wir machen gerade eine Umfrage zu reingehen.
00:16:20: Wir möchten euch besser kennenlernen und möchten von euch erfahren was wir besser machen können mit dem Podcast.
00:16:27: Deshalb macht doch gerne mit bei unserer Umfrage.
00:16:29: ich packe den Link in die Show Notes.
00:16:34: Jetzt rede ich mit Nadine Conti.
00:16:36: schön dass du hier bist Nadin.
00:16:38: Ich freue mich sehr
00:16:40: Nadine.
00:16:40: Du bist zugeschaltet aus Hannover.
00:16:42: Du bist nämlich Niedersachsen Co-Sponentin der Tatz und berichtest aus der niedersächsischen Landeshauptstadt über alles von den Kommunalwahlen, dort bis zu Bestechungsvorwürfen gegen bestimmte SPD-Politiker.
00:16:56: Für die Wochentats hast du dich jetzt einem ganz besonders heftigen Thema zugewandt – den drei Pelikofällen nämlich, die es in Niedersachsen gab in den letzten Jahren!
00:17:07: Und an dieser Stelle möchte ich einmal eine kurze Warnung aussprechen und sagen wir werden gleich über sexualisierte Gewalt sprechen Ganz generell nichts hören können zu dem Thema.
00:17:17: Ist es total okay, wenn ihr den Podcast hier unterbrecht?
00:17:22: Nadine, bevor wir zu den niedersächsischen und deutschen Pelikofällen kommen, hilf uns doch nochmal auf die Sprünge!
00:17:28: Was meinen wir auch wir Journalistinnen, wenn wir von Pelikoffellen
00:17:32: reden?!
00:17:33: Was wurde der Französin Giselle Pelicot angetan?
00:17:37: Ja ich musste gerade noch mal nachsehen wann dieser Prozess eigentlich für Ende gegangen ist.
00:17:41: das war im Dezember Und da ging es darum, dass Dominique Bellico über mehr als zehn Jahre hinweg seine Frau immer wieder betäubt und zur Vergewaltigung angeboten hatte.
00:17:57: Also er hat im Internet nach Männern gesucht die gemeinsam mit ihm oder für ihn seine vollkommen bewusstlose Frau vergewaltigen und das dann gefilmt und sauber dokumentiert auf seinem Computer gespeichert.
00:18:14: Das war glaube ich das erste Mal, dass dieses Phänomen öffentlich bekannt wurde.
00:18:19: Was auch damit zu tun hat, dass Giselle Pillico sich eben entschieden hat die Verhandlung öffentlich zu führen und auch die Videos zu zeigen mit dem berühmt gewordenen Ausspruch Die Scham muss die Seiten wechseln.
00:18:32: Und daraufhin sind in Deutschland viele wach geworden.
00:18:35: Es gab dann große journalistische Recherchen zu so vergewaltiger Netzwerken.
00:18:42: Es gab auch bei der Polizei Bemühungen, sich diesen Deliktfeld wie es bei denen heißt jetzt mal zu widmen und daraus entstehen gerade ganz viele Prozesse landauf, landab die aber nicht so viel Aufmerksamkeit bekommen wie der Pelikoprozess.
00:19:03: In Berlin wird gerade immer noch der Fall des mutmaßlichen Täters Frank S. verhandelt, in Niedersachsen, in deinem Bundesland gab es drei solche im weitesten Sinne Pelikoverfahren.
00:19:15: Bei dem Fall in Hannover warst du mit im Gerichtssaal und mit Blick auf die Männer dort im Raum hast Du den krassen Satz geschrieben Richter, Schöffen, Verteidiger, Wachtmeister, Polizeizeugen, Zuschauer.
00:19:30: Wie viele von denen finden es heimlich geil, bewusstflose Frauen zu vergewaltigen?
00:19:36: Ein heftiger Satz.
00:19:37: Eine heftige Frage ist das das besonders erschütternde an diesen Pelikofällen dass das nach außen hin so in Anführungsstrichen ganz normale Männer sind zu seinen Scheinen zumindest?
00:19:49: Ja das ist ein Punkt.
00:19:50: also zum einen verblüffen natürlich jetzt einfach diese Zahlen.
00:19:54: Also allein aus diesem Verfahren in Hannover sind achtundsiebzig weitere Ermittlungsverfahren angestoßen worden.
00:20:01: Und es gibt da sicherlich Überschneidungen und so, aber man fragt sich natürlich unwillkürlich wie viele von diesen Vögeln gibt's denn da draußen eigentlich?
00:20:11: Wie kann es sein dass das solange unter dem Radar geflogen ist?
00:20:16: Denn die Taten über die wir hier reden, die sind zum Teil wirklich alt also Anfang der zweitausender fängt das bei den meisten an.
00:20:24: Und das andere ist eben dieses Phänomen, dass es Pelikofall aber auch in diesem Fall immer wieder betont wurden.
00:20:30: Das sind ja ganz normale Typen also die funktionieren in ihrer sozialen Rolle als Mann tadellos Die arbeiten, sie versorgen ihre Familien, die führen langfristige Beziehungen und gleichzeitig betäuben und vergeweitigen sie eben Lebensgefährtin Frauen, ihre Ehefrauen oder Dates.
00:20:52: Bei dem Fall in Hannover beschreibst du das als eine Art Radikalisierungsgeschichte?
00:20:57: Ja, das war auffällig.
00:20:58: Das haben viele Polizeibeamte die da schon ausgesagt haben auch angemerkt dass er eben angefangen hat relativ harmlos mit seiner Ehefrau in Polen.
00:21:11: Da hat der dann Aufnahmen gemacht wie sie eben betäubt darliegt und hat sie begrapscht und neben ihr masturbiert.
00:21:18: und so wird es mit seiner zweiten Lebensgefährtin immer brutaler und immer abgefahrene.
00:21:29: Er gibt sich auch immer mehr Mühe mit den Aufnahmen, also er schlägt sie, er spuckt sie, fesselt sie, drapiert sie penetriert mit Dildos, Gurten, Glasflaschenstücken alle Körperöffnungen die möglich sind und filmt das zum Teil auch mit zwei Handys, eins für die Nahaufnahme, eines für die Totale.
00:21:56: Das fand ich schon bemerkenswert, dass es offensichtlich funktioniert wie so eine Sucht oder eine Online-Radikalisierung wo es sozusagen in relativ kurzer Abfolge immer krasser wird und der Kick immer härter sein muss.
00:22:14: Wie muss man sich das vorstellen?
00:22:15: Also diese Aufnahmen werden dann zum Teil auch gezeigt im Gerichtssaal.
00:22:20: Die werden gezeigt aber unter Ausschluss der Öffentlichkeit, also anders
00:22:25: als... Auch die Journalistinnen dürfen nicht zugucken.
00:22:28: Ja.
00:22:28: Also dieses Opfer und das geht glaube ich vielen so fühlt sich eben nicht in der Lage, sich dem auch noch öffentlich auszusetzen was ich total verstehen kann, was aber eben auch bedeutet dass diese Prozesse einfach weniger Aufmerksamkeit bekommen.
00:22:45: Die Beschreibung, die ich habe, stammen aus der Anklagessterif der Staatsanwaltschaft und aus den Schilderungen der Beamten was im Gerichtssaal eben verlesen wurde oder vorgetragen wurde?
00:22:58: Das ist ja auch journalistisch einfach so.
00:23:00: eine Frage immer wie viel Detail nimmt man rein, wie
00:23:04: krass
00:23:05: schildert man das?
00:23:06: angesichts dieser Aufnahmen, die dann auch gezeigt werden vor Gericht fragt der Richter dann tatsächlich, könnte das nicht doch einvernehmlich gewesen sein?
00:23:16: So als gemeinsamer King.
00:23:19: Ja, das muss er leider beides einfach im Moment die Standardausrede dieser vergewaltiger Typen ist.
00:23:25: also auch dazu gibt es Verabredungen in den einschlägigen Chatgruppen.
00:23:29: wir sagen einfach dass es ein gemeinsamer KING hat zugestimmt.
00:23:34: wie will das so?
00:23:36: Dann muss das im Gerichtsverfahren natürlich überprüft werden.
00:23:42: Also das ist kein böser Wille der Richter, sondern
00:23:47: Teil des Prozesses?
00:23:47: Nein da würde ich keinen bösen Willen sehen.
00:23:49: Das ist einfach die Struktur des Gerichtsverfahrens geschuldet wo ich schon deutliche Unterschiede sehe in der Art und Weise wie man mit den Opferzeuginnen umgeht.
00:24:00: also da gibt es würde ich sagen eine sehr unterschiedlich ausgeprägte Empathie bei Richtern.
00:24:09: Also ich habe von der Kollegin in Berlin gehört, dass die Richter da sehr einfühlsam fragt und auch sehr vorsichtig und immer wieder erklärt, warum man das jetzt leider so fragen muss.
00:24:21: Und auch sehr frei, wie ich einfach ist mit so audiovisuellen Vernehmungen.
00:24:26: Das heißt, dass sie eben im anderen Raum sitzen und per Video übertragen werden damit Sie diesem Täter nicht nochmal begegnen müssen, nicht mit dem im selben Raum sitzen müssen.
00:24:35: Das war in Hannover nicht ganz so.
00:24:37: Also da gab es lange Diskussionen um, muss das denn jetzt hier sein mit der audiovisuellen Vernehmung?
00:24:44: Und was ist denn mit diesen Attesten von der Traumotherapeutin und der Hausärztin die hier jetzt beigebracht werden wie vernehmungsfähig ich ist die Zeugin dann nun und so.
00:24:55: Ich war bei der Befragung selbst nicht im Saal, das war ja unter Ausschluss der Öffentlichkeit aber... Ich habe Andreutung gehört, dass da auch nicht ganz so einfühlsam mit der Zeugin umgegangen wurde.
00:25:07: Für die Zeuginnen ist es eine belastende Sache wahrscheinlich für alle anderen Beteiligten aber ja auch auf ganz andere Weise als direkt betroffener.
00:25:16: Aber für dich als Journalistinjahr auch kein Thema wie jedes andere.
00:25:21: Wie gehst du denn um mit diesen grauenvollen Taten?
00:25:25: Also was mich an dieser Art von Fällen wirklich sehr beschäftigt ist, sozusagen dass ich immer wieder der viele Berichterstatterinnen und Zuschauerinnen, Leserentreffer die wahnsinnig aufgewühlt und erschüttert, schockiert und wütend angesichts dieser Fälle sind.
00:25:50: Und das aber ein ziemliches Frauenthema zu sein scheint!
00:25:54: Mein Eindruck ist, dass Männer sich da wegducken und die dann nicht so viele Fragen haben wie ich.
00:26:02: Ich finde an diesem Täterprofil schon noch einiges bemerkenswert.
00:26:07: also es ist ja ein Ausmaß an Empathielosigkeit das man irgendwie erst mal aufbringen muss mit einer Frau zusammen zu leben, sie als lebendiges Atmen des fühlendes Denken des Wesen zu erleben, die sich Sorgen um ihre Gesundheit macht und weil sie diese seltsamen Symptome hat.
00:26:27: Und sie dann nachts sozusagen in ein Stück Fleisch eine Fleischpuppe einen Fickstück ich weiß nicht was zu verwandeln.
00:26:38: das
00:26:39: will mir nicht in den Kopf.
00:26:40: Das finde ich.
00:26:41: unterscheidet ist auch nochmal deutlich von anderen Täter Typen.
00:26:46: da müsste es noch ein bisschen gesellschaftliche Diskussionen geben aber die scheint im Moment nur in einem Teil der Gesellschaft stattzufinden.
00:26:55: Ich glaube, du und die Art wie du darüber berichtest, trägt schon viel dazu bei dass die Diskussion weitergeht.
00:27:04: Vielen Dank, dass du diese wichtige Arbeit machst auch zusammen mit anderen.
00:27:08: in der Tat zu den anderen Medien In der Wochentats habt ihr einen ganzen Schwerpunkt gemacht zum Thema.
00:27:14: Es gibt dann noch ein Interview mit einer Rechtswissenschaftlerin zum Thema Und die Diskussion wird hoffentlich weitergehen und du wirst daran beteiligt sein.
00:27:22: Ich danke dir vielmals, dass du da warst... ...und hier davon erzählt hast, liebe Nadine!
00:27:27: Danke dir!
00:27:28: Tschüss!
00:27:34: Das war Reingehen – Die Geschichten der Woche.
00:27:37: Wenn euch diese Folge gefallen hat, teilt sie gerne mit euren Friends und allen denen ihr gutes wünscht.
00:27:47: Zu Elif Ehrab etwa, der als Linker mit großem Abstand die Berlin-Wahl gewonnen hat.
00:27:51: Aber die Antisemitismusvorwürfe gegen Teile ihrer Partei nicht los wird.
00:27:56: oder zur Zukunft der Kleinlandwirtschaft in Deutschland Eine Paywall haben wir nicht wenn ihr uns online lest und unterstützt unsere Arbeit doch gerne über unser freiwilliges Bezahlmodell tatszahlig.
00:28:07: Den Link findet ihr in den Show Notes.
00:28:10: Wenn ihr Kritik oder Wünsche habt an unserem Podcast schreibt uns gerne an reingehen etats.de.
00:28:16: Ein großes Dank an Daniel Vom für den Schnitt.
00:28:18: Bye bye, bis zum nächsten Mal!
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