Wo Rechtsextreme in Trachten tanzen

Shownotes

In einem kleinen Dorf in Thüringen haben sich im März Neonazis zum völkischen Volkstanz verabredet. Was Taz-Reporter dabei undercover beobachtet haben, erzählt Jean-Philipp Baeck seiner Kollegin Sophie Fichtner.

Und Sabine Seifert berichtet über eine neue digitale Plattform, die die Hilfe für Wohnungslose Menschen erleichtern soll.

📖 Zu den Texten aus der wochentaz vom 18.04.2026

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🎧 Credits Schnitt: Daniel Fromm Produktion: Eva-Lotte Andereya Musik: Nicolai Kühling Cover: Lisa Schwedek Foto: Sima Ebrahimi

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00:00:02: Hi, das ist Reingehen.

00:00:04: Der Podcast der Wochentats!

00:00:06: Ich bin Sophie Fichtner und spreche hier abwechselnd mit meinem Kollegen Stefan Hunglinger über die bewegten Geschichten aus unserer aktuellen Ausgabe.

00:00:14: Im ersten Teil geht es heute um eine Undercover-Rechersche.

00:00:18: Unsere Reporter haben extrem Rechte auf einer Volkstanzveranstaltung beobachtet – und es geht um wohnungslose Menschen, denen mit einer neuen digitalen Plattform besser geholfen werden soll.

00:00:36: Mir gegenüber sitzt jetzt Jean-Philipp Barg.

00:00:38: Er ist stellvertretender Ressortleiter im Reportage und Recherche-Ressort, und du recherchierst am liebsten zu Nazis!

00:00:45: Hi Jean.

00:00:46: Hallo

00:00:47: Ich freue mich dass Du da bist und vor allem das Du uns von Deiner letzten Undercoverrecherche erzählst.

00:00:54: Du hast nämlich mit den beiden Reportern Johannes Grunhardt und Robin Fichtner zur Veranstaltung in einer kleinen Möbeltischlerei im Ort Ranes im Süden von Thüringen recherchiert.

00:01:04: Worum genau ging es da?

00:01:07: Es geht um ein vielleicht erst mal etwas ungewöhnliches Thema, wenn man hört Neonazis.

00:01:12: Es ging um Volkstanzgruppen.

00:01:15: das ja wie in den Texte der Recherche beschreiben und auch warum dass durchaus ein wichtiges Phänomen ist für die Nazis ihre Ideologie zu verbreiten nämlich unter so einem harmlos klingenden Deckelmantvolkstansgruppen.

00:01:28: Das reiht sich ein in diese Verbreitung der Ideologien in etwas, was man so als Brauchtumspflege oder sowas bezeichnen würde.

00:01:35: Jetzt hast du gesagt Undercover-Recherche und ich muss zwei Sachen sagen.

00:01:40: Einerseits ...

00:01:41: Weg los!

00:01:42: Also was wir gemacht haben war jetzt nicht in dem Sinne eine klassische Undercoverrecherche weil wir nicht mitgetanzt haben mit den Nazis da aber wir haben sie beobachtet und verdeckt.

00:01:50: Aber wenn ich wir sage dann muss mich auch nochmal genauer werden weil tatsächlich in dem Fall die Reporter Johannes Grunert und Robin Fichtner vor Ort waren diesen Tanznametag, über den wir schreiben was war Mitte März beobachtet haben und die das dokumentiert haben.

00:02:07: Was da passiert ist?

00:02:08: Das war wie du schon gesagt hast in Ranes, es ist ein südlichen Thüringen in der Nähe des Schiefergebirges ziemlich pittoreske Ort eigentlich halt eine alte alte Burg verfallene Mühle und so kleine Gästchen, wie man sich das wünscht.

00:02:21: Eigentlich ganz süß?

00:02:22: Ja,

00:02:22: ganz süss!

00:02:23: Und harmlos natürlich auch.

00:02:24: Und harmloses ist glaube ich ein wichtiger Stichwort, weil am Rande dieses Ortes hat in der Halle einer Müggelschichtlerei dann vielleicht vordergründig erst mal harmloser Tanzdarmittag stattgefunden.

00:02:35: Jetzt fragt man sich vielleicht warum ist es überhaupt ein Tanztarmittachthema für eine Zeitung Thema für uns als Rechercheure und Thema für die TATS?

00:02:43: aber wir haben eben das aus einem bestimmten Grund gemacht.

00:02:46: Wir haben die Anreise unter anderem beobachtet dieser Leute, die da zusammengekommen sind.

00:02:51: Die kamen aus Thüringen Sachsen-Anhalt und Baden-Württemberg und Hessen.

00:02:54: Ah krass!

00:02:55: Aus mehreren Bundesländern haben sie sich dafür getroffen?

00:02:57: Genau,

00:02:57: die kamen relativ weit um es wegzunehmen.

00:02:59: Es waren eben doch einige Gesichter dabei.

00:03:02: Bekannte Gesichter auch aus der wirklichen harten Neonazis-Szene.

00:03:05: Wer war da?

00:03:06: Unter anderem Axel Schlimpert, der ehemalige Kopf der europäischen Aktion.

00:03:11: Das ist so ein... Ja, Organisationen die vor allem auch so Holocaust-Leugner unter sich vereinigt.

00:03:17: Es waren Reichsbürgerinnen da Leute, die der völkischen Siedler Szene zuordnen sind aber auch aus der rechtsesoterischen Anastasia Bewegung eine AfD.

00:03:27: Lokalpolitikerin war da, die nach unseren Recherchen auch früher beim Bund Heimatreunden Jugend war.

00:03:34: Das heißt es war schon ne größere Gruppe?

00:03:36: Es waren ungefähr dreißig Leute und wie gesagt auch einschlägige Neonazis dabei Und die waren, haben sich da getroffen auch in altertümlicher Kleidung teils entdrachten.

00:03:48: Die Frauen mit langen Kleidern und die Männer eben teilweise mit Hosenträgern oder... ...und auch mit so Knäckerbockerhosen und so.

00:03:55: Und haben dann da einen Tanznammittag veranstaltet!

00:03:58: Jetzt muss man sagen Tanz in dem Fall natürlich nicht moderner Tanz schon gar kein Techno oder so sondern da wurde dann Gitarre gespielt zu akkordieren und so.

00:04:06: Auch da muss man sein das spricht überhaupt nichts gegen.

00:04:09: erstmal sondern was hier relevant ist, ist eben der Kreis, der sich getroffen hat.

00:04:13: Und wie wir sagen würden oder wenn nicht nur wir, sondern auch Verfassungsschutzämter, mehrere mit denen wir Kontakt hatten und die wir angefragt haben aber auch Rechtsextremismus-Expertinnen und Experten, die sagen halt solche Volkstanzgruppen, die so Unterbrauchtungspflege gelten, füllen für die Nazi Szene tatsächlich eine Funktion.

00:04:32: Und zwar einerseits die innere Festigung, sich an Wochenenden zu Aktivitäten zu treffen in Ideologisierung, aber auch eine niedrigschwellige Möglichkeit zu bieten für Leute die vielleicht aus dem Impfgegnermögen gekommen oder so wie es hier auch der Fall war Kontakt zu erlangen und dann über den Volkstanz sich womöglich radikalisieren.

00:04:55: Das heißt die werden dann quasi angelockt?

00:04:57: Gab's da irgendwie ein Flyer und wurde dafür geworben dass das jetzt eigentlich harmlos getanzt wird?

00:05:02: Genau!

00:05:03: Es wurde beworben Allerdings in einer nicht öffentlichen Telegram-Gruppe.

00:05:07: Das haben wir eben mitbekommen, aber beworben wurde das als harmloser Tanznahmittag für Jung und Alt auch mit Anleitung und so.

00:05:15: Aber die Neonazi-Szene verbindet natürlich mehr mit diesem Volkstanz.

00:05:22: Auch eine Ideologie der Gemeinschaft.

00:05:24: man tanzt im Kreis wie man tanze aus der Reihe sozusagen oder es ist ein vermeintliches Anknüpfen an alte deutsche Traditionen an ja auch NS-Tradition, das ist so die Idee.

00:05:37: Und man will auch da sich der modernen Kultur was entgegensetzen mit Brauchtungspflege?

00:05:42: Das macht die Nazi Szene nicht nur mit Volksstandsgruppen.

00:05:45: Volksstandskruppen sind irgendwie immer populärer mittlerweile aber auch über vor allem in den ländlichen Regionen auch über sowas wie Leihenschauspielgruppen oder eben vor allem auch Sonnenwend und Windefeiern, die natürlich anknüpfen auf teilweise Anbräuche, die es schon gab Aber die von Nazis eben hart genutzt werden für ihre NS-Idiologie.

00:06:07: Krass, ja!

00:06:07: Ein Beispiel dafür wären zwei Sonnenwendfeiern, die wir im letzten und vorletzten Jahr beobachten konnten... ...wo NS-Lieder gesungen wurden, Lieder der Hitlerjugend und wo auch einem zum Beispiel in Strawalte einen SS-Standardführer dann geerdet wurde bis zum Feuerspruch und so.

00:06:24: Also das sind harte rechtsextremistische Veranstaltungen eigentlich aber in einem sehr harmlosen Gewand?

00:06:30: Und das macht sie, würde ich sagen eben auch gefährlich.

00:06:33: Weil niedrigschwellige Einstieg in die Szene und es ist ein Kulturkampf.

00:06:37: Das muss man klar sagen.

00:06:40: Hier sieht man unter anderem auch an der AfD, die oft bei solchen Dingen im ländlichen Raum mit Lokalpolitikerinnen und Politikern vertreten ist.

00:06:51: Es gibt bei der AfD gerade auf dieser kommunalen Ebene eine große Vermischung mit der lokalen Neonazi-Szene.

00:06:57: Ich würde sagen da gibt's überhaupt keine Behörungsängste Es gibt eher eine aktive Integration oft.

00:07:02: Man sieht das jetzt an der AfD zum Beispiel in Sachsen-Anhalt, bei einem kürzlich beschlossenen Regierungsprogramm wie sie es ja nennen leider wo auch ein Punkt unter Kulturintegrationen sich um Brauchtungspflege im ländlichen Raum befasst ist.

00:07:16: Volltreffer!

00:07:17: Also genau das was die hier gemacht haben?

00:07:18: Ja genau und diese soll erhalten werden im lndlichen Raum.

00:07:20: und die fordern da in diesem Programm dass auch die Ortschaften dann gefördert werden sollen mit fünf Euro pro Einwohner Heimatgefühl und Nationalindizität, Überbrauchtungslege zu über Brauchtum- und Traditionen zu pflegen.

00:07:34: Und das ist genau deren Weg!

00:07:36: Ja

00:07:37: die deutsche Gesellschaft für Volkstanz haben wahrscheinlich ein Problem damit oder?

00:07:42: Die haben großes Problem damit weil sie sich natürlich wenn man Volkstands hört und immer dann vielleicht auch in den Recherchen wie bei der Tats dann so Neonazis damit verbindet Sie wirklich einen schlechten Ruf haben dadurch.

00:07:53: Sie leben großen Wert darauf, sich davon abzugrenzen.

00:07:56: Ich habe mit Reinhold Frank gesprochen, dem Vorsitzender deutschen Gesetze für Volkstanz und der sieht es auch als großes Problem wertes ab, erblickt Wert darauf zu sagen dass eben diesen Neonazi oder völkischen Volksstandsgruppen nicht Teil des Verbandes sind.

00:08:12: sie wehren sich dagegen aber einzelne versuchen eben auch da reinzukommen und infiltrieren so Und man muss dem Verband, dass sie auch abnehmen.

00:08:19: Dass die sich da gegenwehren... Also wenn man sich die Website anschaut, dann gibt's da viel Informationsmaterial zu Volks- und Politik.

00:08:26: Sie waren vor bestimmten Leuten aus der Szene Nikonal Ehrling zum Beispiel ...der Volkstanz Kundgebung öffentliche gemacht hat.

00:08:33: Nikonall Ehrlingen hatte eine gewisse Bekanntheit erlangt.

00:08:35: Er war Grundschullehrer und hat auf YouTube sich als Volkslehrer...

00:08:38: Ja ich erinnere mich an ihn!

00:08:40: ...und der ist dann auch Gegenwingen Volksverhetzung und Holocaustverhandlose verurteilt worden.

00:08:44: Der hat solche Volksstandsgruppen gemacht, denen erwähnen sie auch auf ihrer Website.

00:08:49: Also die deutsche Volksstandse warmen vor dem.

00:08:51: Sie informieren aber auch zurecht darüber dass Volksands immer wieder zu Propagandaswecken ja benutzt wurde von Regimen wie den NS-Regime auch.

00:09:01: Aber also das muss man ihnen wirklich abnehmen.

00:09:05: Ein Interview mit dem Kollegen Andreas Speidt, der sich hier bei uns viel mit Rechtsextremismus auch als Auto beschäftigt.

00:09:11: Die wehren sich wirklich sehr aktiv dagegen?

00:09:13: Auf ihre letzten Jahres Versammlungen haben sie zum Beispiel auch die Ersatzung geändert und haben gesagt, jetzt kann wir ihnen nur noch Mitglied werden.

00:09:19: Wer sich zur freiheitlich-demokratischen Grundordnung wirklich auch bekennt also

00:09:22: krasse was das echten Problem für die dass diese sich dazu zu nutzen machen ja

00:09:26: so hört sich das an.

00:09:27: mich interessiert jetzt natürlich schon auch wie diese Recherche funktioniert hat.

00:09:32: Wie kannte.

00:09:32: darauf dass dieses Treffen dort stattfindet

00:09:35: sag ich gleich etwas zu.

00:09:36: Ich wollte mich noch eine Sache einwerfen, die wichtig ist.

00:09:39: Weil man sich vielleicht auch fragt wie kommen wir überhaupt auf dieses Thema?

00:09:42: Als wir sagen das ist ein wichtiges Thema und es liegt unter anderem eben daran ich beobachte seit einigen Wochen einen Prozess der Endresden läuft da geht's um die sächsischen Separatisten.

00:09:52: Wir haben in der Tat jetzt öfter schon darüber gesprochen Die sogenannten Sächsische Separatist sind den wird vorgeworfen rechtsterustische Gruppe gebildet zu haben ethnische Säuberung geplant zu haben aus Sachsen abspalten zu wollen nach einem Tag X und auch Erschießungen von Amtssträgern geplant zu haben.

00:10:09: Sie weisen es alle zurück, aber der Prozess läuft dort.

00:10:12: Und was interessant ist, ist eine der angeklagten AfD-Politiker Kurt Hethersch hat zu Beginn des Prozesses in den letzten Tagen eine sehr ausschreibende Aussage gemacht dazu, hat sich gewährt, hat aber auch viele Einblicke gewährt in so eine Lebenswelt von ihm die tatsächlich aus meiner Sicht geprägt ist vom NS.

00:10:30: Gedanken gut Und darin taucht immer wieder auf Volkstanz.

00:10:35: Volkstand sei sein Hobby und braucht Dünnspflege sein Hobby, und gut was jetzt vielleicht für jemanden, für den Städter der sich mit modernen Themen beschäftigt erstmal vielleicht seltsam klingt es ist ja mag ja sein Hobby sein relevant aber würde ich sagen auch politisch relevant war dass man erkennen konnte wie diese Das Interesse für Volkstanz verbindet ihn auch mit einem Teil der anderen angeklagten.

00:11:00: Er hat mindestens zwei der anderen eingeklackt und dort beim Volkstands kennengelernt, drei weitere Menschen aus dem beschuldigten Kreis, die jetzt nicht angeklagt sind, hat er dort kennengelernet.

00:11:09: Er sagte so härte Mütze sich mit... mit sechzehn, siebzehnten so viel Brauchtum und angefangen zu interessieren.

00:11:14: Und mit achtzehn neunzehnt.

00:11:14: dann ist er auf Volkstansevents gegangen und ist dabei geblieben.

00:11:18: Also diese Volk-Sensevents haben, wenn man seine Aussage so glaubt oder das was er erzählt hat bei ihm aber auch beim Teil der Angeklagten schon dazu geführt, dass da diese Kontakte entstanden sind und die sich kennengelernt haben.

00:11:30: Da hatte ich eben in der Beobachtung dieses Prozesses aufgemerkt und gesagt okay, fuck's dann, das müssen wir uns noch mal genauer angucken.

00:11:38: Du bist aber interessant wie du von dieser einen Recherche und wieder am Gericht saßst und dann dachtest okay stopp mal, das ist vielleicht auch ein interessantes Thema!

00:11:46: Aber ich wollte trotzdem wissen, wie hat die Recherchen funktioniert?

00:11:50: Dieses Treffen was wir da in Thüringen... Beobachten konnten beziehungsweise die Reporter Joannis Grohn und Robin Fichtner.

00:11:57: Das wurde vorher angekündigt in einer einschlägigen Telegram Gruppe, dies nicht öffentlich gewesen aber wir haben sagen mal davon mitbekommen.

00:12:05: Und es war jetzt nicht ganz so konspirativ wie andere tatsächlich solcher Folgstanzgruppen.

00:12:09: also der Verfassungsschuss Thüringen sagt zum Beispiel auch dass sie dieses Thema Folgstanzen auf dem Sturm haben und die äußerst konfrontiv vorgehen.

00:12:16: Also in diesem Fall wurden beworben in einer nicht öffentlichen Telegram-Gruppe.

00:12:19: also ist das nicht für alle.

00:12:21: Aber bei manchen anderen solcher Treffen ist dann zum Beispiel nicht sofort der Ort bekannt.

00:12:26: Wird da nicht sofort bekannt gegeben, wird man geschleust von einem Ort zum andern?

00:12:30: Wird man erst mal böse nicht unter die Lupe genommen?

00:12:32: Das ist dann auch deutlich schwerer diese Treffen zu dokumentieren.

00:12:35: Hier war es eben so, der Ort war relativ schnell bekannt und die gingen offenbar nicht davon aus dass sie beobachtet werden könnten durch Journalistinnen oder Journalisten.

00:12:44: Und wie machen die Reporter das dann vor Ort?

00:12:46: Wie verhalten die sich da?

00:12:48: Also tatsächlich muss man sich sehr, sehr gut vorbereiten da drauf und das vielleicht auch durchaus relevant zu erwähnen.

00:12:54: Das sind ja durchaus Recherchen die auch gefährlich sind wo man sich bewusst sein muss dass da was passieren kann also eben durch diese harten Neonazi-Weichsbürger und Holocaustlerkner Szene die sich da teilweise eben trifft.

00:13:08: Das kann gefährlich sein für die Reporter.

00:13:09: dann muss man genau überlegen wie weit geht man da?

00:13:12: Was macht man auch wenn man da vielleicht entdeckt wird?

00:13:15: Es gibt bestimmte Sicherheitsmaßnahmen haben dafür auch zur Absicherung der Reporter vor Ort und sie sind eben auch nie allein.

00:13:23: Dazu gehört es zur Vorbereitung, dass man sich eben auch den Ort vorher wenn man ihn kennt möglichst genau anschaut, vielleicht dann online recherchiert was ist da in der Nähe?

00:13:33: Ist das wie in diesem Fall ein Grundstück was komplett frei ist auf einem Feld zum Beispiel?

00:13:38: ja?

00:13:39: Dann fängt das Event in diesen Fall drin statt.

00:13:42: Das ist aber nochmal eine Barriere zwischen den Reportern und den Neonazis Tanzenden dort.

00:13:49: Und man muss auch hier sagen, also die Reporte haben sich dann noch stärker genähert als es dunkel wurde.

00:13:55: Also als sie vielleicht ein bisschen sicherer waren darin dass sie nicht entdeckt wurden sonst wären sie gesehen worden.

00:14:01: und ja ich kann nicht alles dazu sagen weil wir jetzt auch nicht alles offenlegen wollen weil wir hoffen diese Events in Zukunft noch zu beobachten.

00:14:12: aber das ist eben immer eine Abwirkung zwischen Risiko und Nutzen Und man muss sich zum Beispiel aber auch natürlich klar an Gesetze halten, also keine Ausfriedensbruch begehen oder solche Dinge.

00:14:22: Das haben wir nicht getan, sondern wir haben eben versucht so sicher wie möglich, so viel wie möglich von diesem Event zu dokumentieren mitzubekommen und Fotos zu machen usw.

00:14:31: Könntest du das auch machen?

00:14:33: So an der Caravaneo-Nazis beobachten?

00:14:35: Ja ich könnte mir das auch vorstellen, das zu machen und habe es schon gemacht und werde das wahrscheinlich in Zukunft auch wieder machen.

00:14:40: Ich glaube mein Herz würde da so laut klopfen, ich würde sofort auffliegen!

00:14:45: Ja, ich glaube wenn man weiß wofür man das macht ist es vielleicht einfacher.

00:14:49: Und in diesem Fall ist es wichtig vor solchen Brauchtumsfliege-Events scheinbar harmlosen zu warnen die gerade ländlichen Regionen eben viel Akzeptanz erfahren aber es ja in sich haben nämlich neonazistisch in sich habe.

00:15:03: Jean vielen Dank dass du uns diesen Einblick gegeben hast in diese seltsame Welt.

00:15:09: Ich hab jetzt noch was vorbereitet für dich Oha Besser gesagt, das Gesellschaftsteam der Wochentats.

00:15:15: Die suchen nämlich jede Woche das Ding der Woche aus?

00:15:18: Der Umschlag!

00:15:19: Ich reiche ihn dir jetzt... Ja ich

00:15:24: bin gespannt.

00:15:27: Du darfst den aufmachen.

00:15:28: ja.

00:15:31: So ist

00:15:33: etwas klein.

00:15:35: Ein Zettel.

00:15:36: Nein du musst ihn nur umdrehen.

00:15:38: Er ist gefeiltet aber ich muss ihn nur undrinnen.

00:15:40: Was siehst

00:15:40: du?!

00:15:41: Vorderseite, Rückseite.

00:15:42: Ich sehe eine Art Münze von zwei Seiten offenbar abgebildet.

00:15:47: Zumindest sind es zwei Abbildungen vorne, steht da auf der einen Seite und steht vor der anderen.

00:15:50: auf der anderen Seite, steht die Rückseite.

00:15:52: Dann noch ein Maßangabe wie groß das ist.

00:15:56: also es scheint... ich kann das nicht lesen.

00:15:57: wie groß!

00:15:59: Wenn das ein Zentimeter ist dann ist es ne sehr große Bünze, dann wäre die zehn Zentimeter groß.

00:16:03: So groß ist sie glaube ich nicht.

00:16:04: aber weißt du was es mit den Münzen auf sich hat?

00:16:06: Tatsächlich nicht.

00:16:07: Sieht irgendwie römisch aus oder so?

00:16:09: Ja fast!

00:16:10: Das ist eine griechische Münze Und zwar hat die ein dreizehnjähriger diese Woche auf einem Feld in Spandau gefunden.

00:16:17: Krass!

00:16:18: Diese Minze ist zwei Tausend Dreihundert Jahre alt, darauf ist die griechische Göttin Athena zu sehen und zuerst waren sich die Expertinnen nicht sicher ob es wirklich jetzt ein archäologisches Fundstück ist oder nur ein verlorenes Sammlerstück.

00:16:32: aber tatsächlich hat er sie da zum allerersten Mal gefunden plötzlich im Berlin-Spandau.

00:16:38: Sie sind sich sicher dass das eben

00:16:39: einen

00:16:40: Wirklich archäologisches Fundstück ist, weil damals das ein Bestattungsplatz war und die hatte dann wahrscheinlich jemand mit ins Grab genommen.

00:16:47: Genau!

00:16:47: Und jetzt wird sie ausgestellt im Petri in Berlin-Mitte.

00:16:51: Darf ich was sage?

00:16:52: Ist interessant.

00:16:53: Ja.

00:16:53: Weil dass auch ein Stück weit natürlich mit meinem Thema zu sich berührt... Stimmt.

00:16:57: ...und zwar, weil das war eine der Dinge, die mir der Vorsitzende von der Deutschen Gesellschaft für Erfolgsdanz gesagt haben, Er sich stark dagegen werte, zu sagen diese Idee der reinen deutschen nationalen Kultur die die Nazis da mit den Volkstänzen machen sagte.

00:17:10: Die Volkstämpfe sind seit Jahrhunderten fast Jahrtausenden geprägt durch eine Wanderungsbewegung auch der Menschen die vom Süden Europas in den Norden wanderten umgekehrt und es gibt eben Tänze überall und das ist eigentlich jetzt ein ganz schönes Beispiel ne griechische Münze in Spandau

00:17:27: Ja, Wahnsinn.

00:17:28: Darf der Junge die denn behalten?

00:17:29: Nein er musste sie hier abgeben damit sie ausgestellt werden kann.

00:17:31: ich hab mich gefragt ob er dafür jetzt irgendwie totale Belohnung bekommen hat oder so.

00:17:35: Stell dir vor du bist zwölf und findest du was?

00:17:38: oh nein er war dreizehn Fehler.

00:17:40: nicht dass ich hier falsche Informationen verbreite.

00:17:42: Ich wäre total traurig wenn ich die dann abgeben müsste.

00:17:44: Aber wieso?

00:17:45: das ist ja Also der Junke sollte die behalten.

00:17:48: da kann sich vielleicht, naja Da kann sich verkaufen bei Christie's oder

00:17:53: so.

00:17:53: Ich danke dir sehr, auch wie schön dass du jetzt noch diesen Zusammenhang feststellen kannst.

00:17:57: Bis bald John!

00:18:28: Bei mir ist jetzt Sabine Seifert, sie ist Tradakteurin im Ressort, Reportage und Recherche.

00:18:34: Und beschäftigt sich vor allem viel mit Machtmissbrauch- und Kinderverschickung.

00:18:39: Diesmal hast du dich aber auch mit einer positiveren Geschichte beschäftigt.

00:18:43: Erst mal Hallo Sabine Schöne dass du da bist!

00:18:45: Hallo ich freu mich!

00:18:47: Und zwar geht es um eine Plattform die den MitarbeiterInnen in Bahnhochsmission helfen soll besser zu helfen Denn die Zahl der von Ahut betroffenen Menschen steigt seit Jahren an und es gibt immer mehr wohnungslose Menschen.

00:19:00: Bei den Bahnhofsmissionen zeigt sich dieser Trend wahrscheinlich auch, oder?

00:19:04: Ja das kann ich bestätigen.

00:19:06: Ich war in zwei Bahnhofsmissionen selber, habe da einen Vormittag verbracht einmal im Berlin am Hauptbahnhof und einmal in Kassel, in Kasse-Wermshöhe wo die ICE Züge eintreffen Und wir haben, dass die Mitarbeitenden dort auch im Gespräch nochmal bestätigt ist.

00:19:23: Nach Corona muss die Zahl drastisch explodiert sein der Menschen, die sowohl von Armut wie von Obdachlosigkeit betroffen sind aber vor allem von Armutt.

00:19:32: Die meisten Menschen kommen tatsächlich weil sie was zu essen suchen

00:19:36: und die Bahnhofsmissionen haben auch gar nicht mal so viele fest angestellte Mitarbeiter innen oder?

00:19:41: Nein ich war ganz erstaunt.

00:19:43: Sie haben ja insgesamt ein etwas angestaubtes Image Das war auch meins, dass sie irgendwie Reisenden helfen.

00:19:50: Die weiß ich nicht ihren Koffer verloren haben oder eben Menschen die Mobilitäts eingeschränkt sind beim Umsteigenhelfen.

00:19:57: das machen sie auch nach wie vor und wenn ich jetzt mich irgendwo in der Stadt völlig verirrt oder Verfahren habe kann sich da immer noch hingehen.

00:20:04: aber das ist ein ganz kleiner Teil ihrer Aufgaben heute noch.

00:20:07: Das meiste ist tatsächlich, dass Sie Menschen beraten Auskunft geben wo sie unterkommen können, wo sie im Platz ein Duschen oder eine warme Suppe finden.

00:20:19: Und das alles in bestimmten Taktungen wie drei Warnungsmissionen.

00:20:22: Das geht nämlich in Berlin Drei am Ostbahnhof noch und am Zoologischen Garten haben das auch ein bisschen aufgeteilt untereinander.

00:20:30: Unter dieser Plattform die den Bahnungsmission jetzt helfen soll kann ich mir nicht so viel vorstellen?

00:20:36: Was hat es denn damit auf sich?

00:20:38: Es ist eine Plattform... Ich habe das auch erst lernen müssen.

00:20:42: Das nennt sich Web App Also keine klassische App, die ich aufs Handy laden kann.

00:20:47: Sondern sie funktioniert über dem Browser.

00:20:50: Da kann ich sie dann aufrufen und sie bietet sozusagen... Sie listet soziale Einrichtungen bundesweit auf und bietet diesen Service auch gratis zum Beispiel allen sozialen Einrichtung und darunter eben auch den Bahnhofsmissionen.

00:21:04: Das heißt es ist nicht speziell für Bahnhofsmissionen entwickelt worden.

00:21:07: Es aber ein Testfeld gewesen weil's einfach in über hundert Bahnhofsmission gibt.

00:21:14: Brandenburg ist übrigens das einzige Wohnzimmer, das keiner hat habe ich erfahren.

00:21:18: Oh wow!

00:21:18: Ja genau dafür war Berlin eben drei

00:21:22: und es geht dann darum dass alle soziale Einrichtungen aufgelistet sind und in den Bahnhofsmissionen dann die Menschen dort hingewiesen werden können?

00:21:33: So dass sich die sozialen Einrichtung dort registrieren lassen können mit ihren spezifischen Angeboten, mit ihren Öffnungszeiten, das variiert ja auch ob jemand irgendwie Haustiere mitbringen kann oder nicht.

00:21:47: Für viele ja auch wichtig solche Geschichten, ich muss mich dann aber als Einrichtung bei Egenus so heißt diese Web App registrieren lassen.

00:21:57: also jede Einrichtungen soll sich dann später selber managen können also ihre Daten selbst verwalten.

00:22:02: das ist das Ziel und dann kann die soziale Einrichting darunter zum Beispiel eben diese Bahnungsmissionen können dann Filter funktionen Einrichten, worin dann erklärt wird was die Spezifische bieten und wann was.

00:22:17: Und wo sie dann aber andererseits auch jemanden hinschicken können wenn sie das selber nicht

00:22:21: bieten.".

00:22:22: Du warst ja auch selbst in zwei Bahnhofsmission für deine Recherche.

00:22:25: wie sieht es denn dann ganz konkret aus wenn den Menschen mithilfe dieser Plattform geholfen werden soll?

00:22:32: Ja ich war in... Wie gesagt Am Hauptbahnhof in Berlin und ich war im Kassel mit, da habe ich die zwei Mit-Initiaturen von Egenus.

00:22:40: Es sind insgesamt vier Männer.

00:22:43: Da hab' ich auch nachgefragt, ein kleiner Seiten-Schlenker, weil sie dachten, gucken Sie sich mal um?

00:22:47: In unserem Studiengang, da sind einfach fast nur Männer.

00:22:49: Das ist eine Medieninformatik.

00:22:51: So schade!

00:22:52: Ja, das ist wirklich schade.

00:22:54: Die haben das als Studienprojekt im Bachelor entwickelt und sind dann dabei geblieben und haben jetzt zwei Jahre Zeit ihr eigenes Geld investiert, um das weiterzuentwickeln.

00:23:03: Und jetzt sind sie quasi so weit, dass Sie damit starten

00:23:07: können.".

00:23:08: Und die haben sich dann überlegt, dass die Menschen an den Bahnhofsmissionen eben mit ihrer Plattform dann den Leuten besser helfen können?

00:23:16: Wie sieht es konkret aus?

00:23:18: Ja, die hatten halt den Wunsch etwas zu machen, sich sozial zu engagieren und haben aber eben überlegt was können wir mit unseren eigenen Fähigkeiten machen?

00:23:30: Nur mal Softwareentwickler und nicht Sozialarbeiter.

00:23:33: Und sie haben zwar am Anfang ein bisschen recherchiert in der Szene, und so sind Sie dann eben auch auf die Idee mit dem Bahnhofsmissionen gekommen.

00:23:40: aber sie sind halt selber... ...und sie haben auch dann irgendwie festgestellt das es eigentlich darum geht dass sie selber nicht diejenigen sind, die denen von Armut betroffenen Menschen oder von Obdachlosigkeit betroffene Menschen direkt helfen können sondern indem sie eben diesen Menschen helfen in der Reihenfolge.

00:24:00: Das war so eine Selbsterkennung, die sie ... gewonnen haben und das fand ich sehr sympathisch, dass sie sich jetzt auch nicht anmaßen, sich da irgendwie ja... Dass sie da jetzt die großen Sozialen sonst was sind.

00:24:12: Sie sind vielleicht irgendwie technische Geniäse.

00:24:14: Jetzt kann ich nicht beurteilen!

00:24:16: Aber es sieht ganz gut aus auf der Webseite.

00:24:19: Wie hast du das dann erlebt?

00:24:21: Da kam dann jemand an und dann haben sie das schon angewendet diese

00:24:25: App?

00:24:25: Ich war ja im Hauptbahnhof hier in Berlin, die wenden die App der Kältehilfe an.

00:24:31: Die ist im Kleinen ein bisschen in die Richtung gehend, die ist aber lokal bezogen.

00:24:37: das heißt da werden nur Berliner Einrichtungen aufgeführt und sie funktioniert noch auf Deutsch während Igenus sozusagen bundesweit die sozialen Einrichtung auflistet so dass ich auch jemandem der weiter reisen will oder auf Trebe ist, was auch immer irgendwie weitervermitteln kann und dann nach Brandenburg oder wo auch immerhin.

00:24:59: Und die haben sozusagen ... Die Idee war das Ganze sozusagen bundesweit zu machen und vor allem in mehrsprachig.

00:25:07: Sie haben, ich glaube zwölf Sprachen-Synthesis inzwischen und da sehr viele eben kein Deutsch können, viele kommen aus europäischen Ländern, Bulgarien, Rumänien, Nukainer auch Russland oder war eben auch arabisch sprechende Menschen, ist mit dieser Übersetzerfunktion kann man das sofort switchen.

00:25:25: Und es geht ja auch darum dass viele das lateinische Alphabet gar nicht können und dann ist dann auch gar nicht entziffern können wenn's nur auf Deutsch geschrieben ist dort mit Öffnungszeiten und solchen Geschichten.

00:25:37: Außerdem sind oft die Behördenangaben sehr bürokratisch formuliert.

00:25:41: Das ist auch nicht immer sehr leicht zugänglich für solche Menschen.

00:25:44: Deshalb davon hast du ja schon gesprochen, dass alle Einrichtungen das selber eintragen können.

00:25:49: Die zwei Gründer der Plattformen sind noch relativ jung – und sieben und sechs Jahre alt.

00:25:55: Sind das denn jetzt so typisches Star-Dupper die ordentlich Geld verdienen wollen?

00:26:00: oder wie kamen dir die vor?

00:26:02: Ne, mein Eindruck war ein anderer.

00:26:04: Ich muss nochmal sagen ich habe mit zwei von diesen Vieren im Team gesprochen Und die beiden ja auch nach Kassel irgendwie bei ihrem Anwerbergespräch mit einer Kasseler Bahnungsmission begleitet.

00:26:16: Wir haben uns hier im Tatscafé getroffen, wir haben mehrfach telefoniert.

00:26:21: Ich hatte das Gefühl dass sie sehr engagiert sind tatsächlich weil sie haben jetzt auf zwei Jahre lang irgendwie das neben dem Studium her noch irgendwie betreut und weiterentwickelt.

00:26:32: Und ihre Idee ist schon, Sie haben einen gemeinnützigen Verein jetzt gegründet.

00:26:37: der kann dann eben auch Spenden akquirieren.

00:26:40: Die Idee ist schon irgendwann ein Büro zu haben und vielleicht mit einer halben Stelle dort arbeiten zu können.

00:26:45: Aber die Plattform selber soll gratis bleiben, werbefrei – das ist mal ganz wichtig!

00:26:50: Also es gibt nämlich auch tatsächlich Plattformen, die sowas kommerziell machen und ich habe das jetzt nur erzählt bekommen.

00:26:56: aber insofern nehme ich ihnen das schon ab dass sie engagiert dabei sind.

00:27:02: Sie schieben ja glaubwürdig so.

00:27:04: Wie schätzt du denn die Plattform ein?

00:27:06: Wird das den Menschen in den Bahnhofsmissionen helfen oder ist es dann doch irgendwie sehr technisch und kompliziert.

00:27:14: Oder hattest du den Einbau, dass hilft wirklich da im Alltag vor Ort?

00:27:18: Also ich glaube bei Technis Kompliziertes ist für die Entwickler, die haben mir nochmal erzählt wie wahnsinnig kompliziert das mit den Datenmengen ist.

00:27:26: also... weiß ich nicht, tausend kleine Öffnungszeiten, die sich ständig ändern.

00:27:31: Und so muss irgendwie schwierig sein.

00:27:34: und es gab auch einen Beispiel der Bahnhofsmitarbeiter in Kassel, der Bahnhofsmission Moritz Bachmann, der sagte er wünschte sich dass man zum Beispiel Notunterkünfte für Frauen das dann der Hinweis nicht für jeden erkennlich oder sichtbar ist.

00:27:49: und dann sagte der Dennis Petzalb von Egenus schon Das ist aber technisch sehr schwierig machbar.

00:27:55: Was nicht heißt, dass sie es nicht machen würden?

00:27:56: Aber also... Es ist nicht alles ganz easy umzusetzen, glaube ich.

00:28:01: Damit dann zum Beispiel ein Schutzraum für Frauen nicht auf so einer Karte erscheint.

00:28:05: Genau!

00:28:05: Ja, verstehe.

00:28:07: Aber bisher sind die Funktionen halt kombinierbar.

00:28:10: auch du kannst aussagen Ich suche Schlafunterkunft mithausieren wo ich gleichzeitig duschen kann und medizinische Beratung komme oder eine Suppe Aber das ist eben bei dem Anrichtung sehr unterschiedlich.

00:28:25: Es ist irgendwie wahnsinnig, dass es so kompliziert ist – also wie wir jetzt darüber reden sind ja so technisch -, dass die Menschen einfach nur um eine Suppe zu bekommen weil sie vielleicht der deutschen Sprache nicht mächtig sind?

00:28:36: Dass dann so eine Plattform entwickelt werden muss, dass die trotzdem ihren Weg dahin finden.

00:28:41: Darf ich da nochmal auf die Frage weiter antworten?

00:28:46: Es beseitigt natürlich jetzt nicht Armut oder Obdachlosigkeit, aber ich glaube es hilft den Menschen die Obdacht suchen oder was zu essen darf schneller dranzukommen um diese Infos schneller zu kriegen.

00:28:59: Und es hilft vor allem auch den vielen Menschen in den Bahnhofsmissionen oder anderen Einrichtungen, die ja dem Wunsch haben anderen zu helfen.

00:29:07: und Ich war sehr beeindruckt von den vielen Ehrenamtlichen in den Bannhofs-Missionen.

00:29:13: also ich glaube Achtzig Prozent, neunzig Prozent der Menschen durch die dort arbeiten machen das ehrenamtlich.

00:29:19: Ja und es ist auch wahrscheinlich total frustrierend wenn man dann helfen möchte aber dass eben diese sprachbarige gibt und man dann überhaupt nicht vermitteln kann wo es den vielleicht einen Schlafplatz gibt?

00:29:27: Genau ich weiß ich in einer Berliner Bahnhofsmission war.

00:29:31: da war dieser eine Frau von dem er noch nicht mal ganz genau wusste vermutlich was ja aus Ägypten die Sprache Französisch und ich glaube ein bisschen Englisch.

00:29:45: Aber kein Deut stand immer ganz dumm da, kam immer ohne Schuhe.

00:29:49: Das haben die Mitarbeiterin mir erzählt hat.

00:29:51: aber schon seit mehreren Tagen hatte ich schon mehrfach neue Schuhen bekommen aus der Kleiderkammer Stand da und man wusste überhaupt nicht was ... Die wussten nicht was sie will Und sie antwortete auch nicht dann auf Englisch oder sowas.

00:30:05: Also genau französisch nach arabisch war das so.

00:30:08: Arabisch konnte nur niemand.

00:30:09: Aber Französisch konnte die eine Mitarbeiterin darauf wollte die aber nicht antworten und dann stand sie einfach stumm da wie so ein Mann mal.

00:30:16: Das war irgendwie viele, das sagt auch die Leiterin sind auch wirklich psychisch sehr verwirrt betroffen, wie auch immer.

00:30:25: also es ist ganz schwer ich hatte es gebildet ja da bräuchts ganz viel noch psychologische Betreuung auch überhaupt zu erkennen was diese Menschen wollen.

00:30:34: und in dem Fall hätte wahrscheinlich auch dieser App da nicht geholfen weil dass einfach so menschliches Problem waren.

00:30:40: Aber

00:30:41: Man hätte vielleicht auch Sie dann an einer psychosoziale Beratung verweisen können mit der App, mit der richtigen Sprache oder?

00:30:48: Ja ich habe eine andere Fälle erlebt wo eben ein Mann kam der tatsächlich was zum Duschen suchte und ihm auch warmes Essen.

00:30:56: Und den konnten sie dann irgendwie an dem Bahnhof Zoo verwiesen, wo man das eben bekommt.

00:31:03: Das wäre dann mit der app schon auch tiefer wie schneller gegangen So, weil der Sprach Polnisch und kein Deutsch.

00:31:08: Und er war dann auf jeden Fall sehr verwirrt, weil er irgendwie das ganze U-Bahn-System in Berlin nicht kannte.

00:31:14: Ja, ist auch wahnsinnig groß!

00:31:15: Genau.

00:31:16: Und jetzt vom Hauptbahnhof fahren irgendwie, weiß ich nicht, fünf Linien zum Bahnhof zu... ...und er war irgendwie völlig konsterniert.

00:31:24: Weil er nicht wusste was er nehmen soll.

00:31:27: Savina, vielen Dank, dass du da warst und uns erzählt hast von dieser neuen Plattform.

00:31:31: Und ich bin gespannt, ob das sich durchsetzt und die dann irgendwann überall Menschen weiterhelfen wird?

00:31:37: Ich hab mir vorgenommen noch mal über Bahnhofsmissionen zu berichten weil es ist wirklich sehr spannend was da alles passiert und vielleicht stoße ich dann ja nochmal auf.

00:31:46: Egenus

00:31:47: Sehr schön!

00:31:47: Dann freue ich mich schon auf dein Bericht.

00:31:49: Das wird bestimmt sehr verrührend.

00:31:50: Ich danke dir so viel Bis

00:31:52: bald

00:31:52: Tschüss.

00:32:00: Nächste Woche gibt es eine Sonderfolge.

00:32:02: Und zwar sind wir live auf dem TATZ-Lab, das ist unser jährlicher Kongress und der wird nächsten Samstag in und um die TATS in Berlin-Kreuzberg stattfinden!

00:32:11: Die Folge erscheint deshalb etwas später als ihr's gewohnt seid aber dafür könnt ihr live dabei sein.

00:32:17: Tickets gibt es auf tats.de slash lab.

00:32:21: Wenn Ihr wollt dass wir weitere Rechtsextreme beobachten dann unterstützt doch unseren Journalismus durch ein Abo oder über das freiwillige Bezahlmodell Tats-Zahlig.

00:32:31: Den Link findet ihr in den Shownotes.

00:32:33: Zuletzt bedanke ich mich noch bei Daniel Fromm für den Schnitt und Eva Lotter, Andrea für die Produktion.

00:32:38: Und ich danke euch natürlich fürs zuhören bis nächste Woche!

00:32:51: Die?

00:32:53: Nein,

00:32:55: den

00:33:02: Pegel und so weiter.

00:33:03: Aber ich höre dich und das klingt ganz gut!

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