Was ist aus der Letzten Generation geworden?

Shownotes

Die Letzte Generation hat mit ihren Straßenblockaden das halbe Land gegen sich aufgebracht und wurde schließlich sogar als “kriminelle Vereinigung” verdächtigt. Doch mit der Auflösung der Klimagruppe ist ihre Geschichte nicht zu Ende. taz-Bewegungsredakteur Timm Kühn hat prominente Köpfe der Gruppe getroffen, um über ihren neuen Kurs zu sprechen: Statt Rebellion in Richtung Revolution.

Das System umstürzen? Das ist nichts für Tobias Wagner; verändern möchte er es aber. Wagner fährt mit seinem Hund Krümelix in einem Elektro-LKW durch ganz Europa und versucht in den Sozialen Medien mehr und mehr Unternehmen für klimafreundliche Motoren zu begeistern. Die Mobilitätsredakteurin der taz, Nanja Boenisch, stellt den Elektro-Trucker vor.

📖 Zu den Texten aus der wochentaz vom 11.04.2026

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🎧 Credits Schnitt: Daniel Fromm Produktion: Eva-Lotte Andereya Musik: Nicolai Kühling Cover: Lisa Schwedek Foto: Sima Ebrahimi

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00:00:01: Hallo und willkommen zu Reingehen, dem Podcast zur Wochentaz.

00:00:05: Mein Name ist Stefan Hunglinger und im Wechsel mit Sophie Fichtner spreche ich hier Samstags über zwei Geschichten aus unserer Wochenzeitung.

00:00:13: Heute geht es um etwas das zwar gerade überhaupt nicht im Trend ist aber vielleicht so relevant wie nie – den Klimaaktivismus!

00:00:20: Erinnert ihr euch noch an die letzte Generation?

00:00:23: Die Klimakruppe hat mit ihren Straßenblockaden das halbe Land gegen sich aufgebracht und wurde sogar als kriminelle Vereinigung verdächtigt.

00:00:30: Mit der Auflösung der letzten Generation ist die Geschichte nicht zu Ende.

00:00:34: Tim Kühn hat prominente Köpfe der Bewegungen getroffen, um über ihren neuen Kurs zu sprechen – statt Rebellion die Revolution!

00:00:42: Das System umstürzen?

00:00:44: Das ist nichts für Tobias Wagner.

00:00:46: Verändern möchte er es aber.

00:00:48: Wagner fährt mit seinem Hund Krümelix in einem Elektro-Lkw durch ganz Europa und versucht den sozialen Medien mehr und mehr Unternehmen für klimafreundliche Motoren zu begeistern.

00:00:59: Meine Kollegin Nanja Bönisch kann uns mehr erzählen.

00:01:03: Das sind die Geschichten dieser Woche.

00:01:08: Neben mir sitzt jetzt Tim Kühn, schön, dass du da bist, Tim!

00:01:11: Hi, das freut mich auch!

00:01:13: Tim, du arbeitest als Redakteur im Inlands und in Berlin-Ressort der Tatz... ...und hast dein Ohr ganz nah dran an den sozialen Bewegungen und ganz insbesondere an der Klimabewegung.

00:01:23: Und du schreibst auf die beliebte Bewegungskolumne der Tat.

00:01:27: Genau

00:01:28: Jetzt hast du dich mit der letzten Generation beschäftigt, obwohl es dir offiziell gar nicht mehr gibt.

00:01:34: Trotzdem war sie jetzt Teil der News!

00:01:38: Was war da genau los diese Woche Tim?

00:01:41: Genau also ich habe mich jetzt mit den neuen Generationen befasst und das ist eine Nachfolgeorganisation der letzten generationen.

00:01:48: Ich glaube die hat man noch in Erinnerung für diesen großen Straßenblockaden insbesondere zwanzig vierundzwanzig in Berlin.

00:01:57: ich massenhafte Straßenblockaden, die auch das halbe Land irgendwie in Aufregung versetzt haben.

00:02:02: Und da ist jetzt was passiert und zwar hat das Landgericht Flensburg ein Verfahren nicht zur Verhandlung zugelassen also das Verfahren sozusagen abgelehnt, was das Ziel hatte dass die letzte Generation zu einer kriminellen Vereinigung erklärt werden sollte.

00:02:15: oder eine Aktivistin wurde da beschuldigt Mitglied einer Kriminelle Vereinigung zu sein.

00:02:19: Das ist total krass weil der Paragraf hundertundzwanzig im Dienst geht.

00:02:23: Also dieser Vorwurf der Kriminalvereinigung eine extrem große Sache, die immer wieder gegen auch politische Gruppen in Stellung gebracht wird.

00:02:31: Was die Christiane auch immer wieder kritisiert und beschwert weil das mit weitreichenden Überwachungsmaßnahmen hergeht und mit Telefonüberwachungen, Observierungen usw.

00:02:42: Und dann ganz viele von diesen Verfahren nicht zur Anklage kommen.

00:02:45: aber es geht's wenn sie überhaupt zur Anklage kommen eigentlich meistens um so Klandestin arbeitende Antifa-Gruppen den zumindest vorgeworfen wird auch Gewalt anzuwenden usw.. Jetzt in diesem Fall wurde tatsächlich versucht, quasi die letzte Generation zu kriminellen Vereinigungen oder wird versucht, die letzte generation zur Kriminelleinvereinigung zu erklären.

00:03:03: Also eine Gruppe, die als sie aktiver wirklich moderate Ziele vertreten hat, die friedlichen zivilen Ungehorsamen betrieben hat und das ist natürlich eine totale Cäsur.

00:03:13: Und um das vielleicht besser zu verstehen, welche Gruppen sind denn wirklich verurteilte kriminelle Vereinigung?

00:03:19: Kann man das sagen?

00:03:20: Also wirklich verurteilte kriminelle Vereinigung, also zum Beispiel das bekannteste Beispiel ist die Antifa Ost wird so bekannt zuletzt irgendwie um Lina E. und usw.

00:03:30: Das war auch in hundertundzwanziger Verfahren.

00:03:33: was man auch kritisieren kann und muss dass dieser Paragraf überhaupt Entstellung gebracht wird.

00:03:37: aber zumindest geht es da um Vorwürfe die Gewalt beinhalten und das ist eben bei der letzten Generation etwas anderes weil sie sich friedlich auf die Straße gesetzt haben

00:03:49: Und sonst sind das eher Nazi-Gruppen.

00:03:50: oder wer wird da sonst noch mit?

00:03:52: Ja,

00:03:53: gegen Nazi Gruppen passiert es auch manchmal wahrscheinlich viel weniger als bei linken Gruppen.

00:03:56: Das ist auch ein Problem.

00:03:57: Eigentlich ist das ein Paragraf der gegen die organisierte Kriminalität gerichtet ist also gegen Mafiastrukturen, gegen dergleichen und so weiter und sofort Genau!

00:04:05: Daran kann man viel kritisieren aber ich glaube dafür ist jetzt gerade gar nicht die Zeit was interessant ist.

00:04:11: Es gibt jetzt ja drei Verfahren Also in den Poxtern, München und in Flensburg gegen die letzte Generation in der Sache Und in Flensburg ist es jetzt eben abgelehnt worden.

00:04:20: Das ist total interessant, weil das Gericht eine extrem lange Begründung geschrieben hat für sich Seiten wo sie sich ganz grundsätzlich damit auseinandersetzen und dann im Kern irgendwie halt einfach sagen, dass ziviler Ungehorsam für das Klima keine große Gefahr für die öffentliche Sicherheit darstellt was aber erforderlich ist.

00:04:37: also das wäre erforderlig um sozusagen diese Gruppe als kriminelle Einigung Vereinigung zu bezeichnen.

00:04:44: Okay Können wir noch mal einen Schritt zurückgehen und uns nochmal zusammen dran erinnern?

00:04:49: Das ist ja alles schon ein bisschen her.

00:04:51: Wann ging das los mit der letzten Generation, und wie hat sich die Gruppe im Laufe ihres Bestehens entwickelt?

00:04:58: dann?

00:04:58: Also die letzte Generation ist im Jahr zwanzig-einundzwanzig in Erscheinung getreten.

00:05:02: Da sind sieben Aktivistinnen in den Hungerstreik getreten fürs Klima.

00:05:07: Das war wirklich eine krasse Aktion, man hat es irgendwie seit Anfang an gemerkt wie ernst die das meinen?

00:05:12: Teile der Gruppe sind dann auch in den Durststeig getreten und da hingen sehr junge Menschen irgendwie in Lebensgefahr

00:05:20: Vor dem ganzen Kanzlerabend?

00:05:22: Vor

00:05:22: dem Kanzerabend, genau.

00:05:23: Und also hatten das Ziel irgendwie ein Gespräch mit dem damaligen Kanzlerskandidaten Olaf Scholz eben zu erreichen.

00:05:30: Also es war eine sehr, sehr krasse Aktionsform für einen sehr moderates Ziel.

00:05:35: Die Politik hat sich ganz lange geweigert, Scholz hat sich ganze lange geweigert das zu machen.

00:05:39: und als er das gemacht hat, war das für die Aktivistinnen... Also kurz bevor wirklich, zumindest Teil der Aktivisten wahrscheinlich schon in Lebensgefahr standen kam dann doch noch ein Gesprich.

00:05:47: Dann fanden die Aktivistinnen nicht gut und dann kamen die große Protestphase der Straßenblockaden, hat das halbe Land in eine Aufregung versetzt.

00:05:56: Von der grünen FHF war dann die Rede und so wäre er uns an die Schlagzeit.

00:06:01: Es sind krasse Sachen gefallen.

00:06:02: also die hatten so Forderungen wie Tempolimit auf Autobahnen oder ein Essen retten Gesetz... Also wirklich!

00:06:10: Eigentlich niedrig-schwellige Sachen, für die sie halt sehr radikale Protestformen... Bis

00:06:15: neun Euro Tickets heute verlängert werden.

00:06:17: Genau!

00:06:18: Alles

00:06:18: eigentlich bürgerliche, sehr gemäßigte

00:06:20: Forderungen.

00:06:21: Jeder der mal Aktivistinnen von irgendwie kennengelernt hat, fiel total auf so dass im eigentlich bögerlichen Leute, die jetzt nicht aus einer Linkstradika in Szene kommen und gegen Staat und Kapital irgendwie den Widerstand befinden sondern das sind Leute denen das Klima am Herzen gelegen hat diesen Mittel des zivilen Ungehorsams Druck auf die Regierung auszuüben, sodass mindestens so zu tun.

00:06:44: So das ist zumindest deren

00:06:46: Darstellung.".

00:06:46: – «Zweitausendvierundzwanzig

00:06:47: hat sich die Gruppe dann aufgelöst?

00:06:50: Warum und wie ging es dann

00:06:52: weiter?".

00:06:52: – «Naja

00:06:52: wir haben's gerade schon angesprochen.

00:06:54: man muss sich eben vorstellen, die Politik ist total ausgerastet auf diese Gruppe.

00:06:58: also RAF-Verkleiche sind gefallen, sie wurden als Taliban beschimpft, die Polizei hat systematisch Gewalt angewendet mit Schmerzgriffen, die Aktivistinnen sind präventiefhaft.».

00:07:08: gesteckt worden und so weiter und sofort.

00:07:10: Und dann haben die Gruppe halt im Jahr zwanzig vierundzwanzig gemerkt, es geht nicht.

00:07:13: also diese Idee quasi mit Aktionen Minimal Forderung als die Politik zu minimal Maßnahmen gegen die Klimakrise sozusagen zu bringen hat nicht funktioniert.

00:07:23: Und da haben sie sich aufgelöst und die neue Generation eine der Gruppen die darauf gefolgt ist war dann erst mal relativ merkwürdig, weil die auf einmal angefangen haben so über Demokratie zu sprechen und über deliberative Demokratie- und Bürgerinräte.

00:07:38: Und man hat das nicht so richtig verstanden glaube ich am Anfang auch vieler Orts was das denn jetzt soll.

00:07:44: aber dahinter steckte irgendwie schon eine neue Analyse.

00:07:47: also dahintersteckte quasi die Idee.

00:07:49: zu sagen dass auch die letzte Generation gescheitert ist zeigt quasi, dass der Bundestag und die gesamte parlamentarische Demokratie eigentlich in den Worten der Gruppe von Rechten und Reichen grumpiert worden ist.

00:08:02: Und deswegen keine Klimapolitik macht usw.

00:08:03: und so fort.

00:08:04: Weshalb es jetzt ein Update oder eine Reform der Demokratie braucht?

00:08:09: Dafür glauben Sie, braucht's jetzt eine friedliche Revolution!

00:08:14: Du hast sie getroffen für die Wochentats jetzt – die neue Generation.

00:08:19: Wie ist denn dieser neue Plan ... im Detail aus.

00:08:22: Und was heißt Revolution?

00:08:24: Ja, das ist so ein bisschen die Frage, was daran das Revolutionäre is'.

00:08:28: Also sie machen jetzt eine große Aktionswoche, Revolution Days nennt sich das.

00:08:33: Im Kern geht es um das sogenannte Parlament der Menschen, was sie dem Parlament des Geldes gegenüberstellen also den Bundestag oder also der parlamentarischen Demokratie dass es quasi gerade so ein Forum, wo Leute über politische Fragen diskutieren können und wovon die Gruppe die Hoffnung hat.

00:08:53: Dass sie in den nächsten Jahren immer weiter wachsen wird und das Ziel ist dann einen über das losverfahren gewählten Bürgerinnenrat sozusagen zu präsentieren also ein repräsentatives Abbild der Bevölkerung ausgelost wird, quotiert nach Einkommen usw.

00:09:10: dass dann über politische Fragen debattiert.

00:09:13: Und diese Ergebnisse sollen dann quasi dem Parlament des Geldes, dem Bundestag immer gegenübergestellt werden um sozusagen die Diskrepanz aufzuzeigen zwischen dem was die Bürger ändern tatsächlich denken und machen wenn sie Zeit und Informationen bekommen sich mit Fragen zu befassen und dem was das reguläre Parlament tut.

00:09:32: Aber jetzt hat doch das Parlament des Geldes bzw.

00:09:35: der Bundestag hat ja selbst schon Bürgerinnenräte eingesetzt, auch unter anderem zum Thema Klima.

00:09:43: Und es war jetzt so ein ... Ich glaub, Wolfgang Schäuble hatte das ja sogar noch initiiert?

00:09:48: Was ist denn der Unterschied zwischen dem was dieser Bürgerinnenrat beraten hat und dem was sich die neue Generation davor stellt?

00:09:55: Also das Problem auf was die Gruppe dann jetzt auch gestoßen is, dass Bürgerinräte ganz oft schon von der Politik einrufen werden eigentlich die ganze Zeit als so normales Partizipationsverfahren quasi.

00:10:08: Aber es ist in den allermeisten Fällen folgenlos bleibt, was da entschieden wird.

00:10:14: Also das ist eine beratende Struktur.

00:10:17: dann die geben dann Empfehlungen ab für die Politik und die Politik macht dann so die Darstellung eben etwas Gänzlich anderes.

00:10:23: Und deren revolutionäre Idee baut natürlich auch sehr stark auf unter den Aktivistinnen verbreiteten Vorstellungen auf dass die Klimakrise auch in einen Kollaps führen wird oder in einem Zusammenbruch, meinetwegen das ökologischen Systems.

00:10:38: Oder es kann auch eine Finanzkrise sein.

00:10:39: also es wird sich meistens im Gegensatz zu anderen Teilen der Klimabewegung ziemlich abrupt vorgestellt sozusagen.

00:10:45: Also der Karren wird gegen die Wand gefahren sozusagen.

00:10:48: und in dieser Situation will man quasi bereit sein und schon eine Struktur parat haben in so einer revolutionären Bruchssituation dann quasi bereitsteht und einen Weg weisen kann, eine demokratischere Zukunft im neuen politischen System.

00:11:08: Das klingt so für ... In meinem Ordentlichen nach dem was die Rechten vielleicht mit Disruption umschreiben aber auch innerhalb der Klimabewegung finden jetzt nicht alle toll was sich die neue Generation da vorstellt richtig?

00:11:24: Ja bzw.

00:11:25: Nicht toll ist vielleicht Ein Stück weit übertrieben, ich glaube es gibt Solidarische Kritik an dem Konzept.

00:11:31: Es gibt eine Strömung sozusagen in der Klimabewegung die sich die Kollapsbewegung nennt oder das ist eine entstehende Strömmung, die oftmals ein bisschen eine andere Vorstellung von Kollaps hat eben nicht als momentafter Zusammenbruch sondern viel stärker in die Vorstellung dass die Gesellschaft in den kommenden Jahren immer kaputtgesparter wird und manche Dienstleistungen wegfallen man sich deswegen sozusagen autonom organisieren muss, also sich technisches Wissen aneignen muss.

00:12:01: Vielleicht in Vorbereitung auf rechte Land gewöhnene Kampfsport betreiben muss aber um zum Beispiel CSDs zu beschützen oder dergleichen.

00:12:10: und da sagt man natürlich auch... Also das sind autonomere linkere Zusammenschlüsse, dann sagt man dass was ihr jetzt revolutionär nennt ist eigentlich nicht revolutionär und es ist viel zu einfach gesagt jetzt hier nur die Bevölkerung organisieren muss, in dem Parlament der Menschen sozusagen und dann baut man irgendwie Gegenmacht auf.

00:12:32: Also letztlich gibt es Leute in der Kollapsbewegung wie zum Beispiel Tatja Müller, einer der entscheidenden Vordenker ist auch langjähriger Klimaaktivist bei Ende Gelände

00:12:38: usw.,

00:12:40: der natürlich auch sagt Auch das ist noch eine unzulässige Hoffnung zu glauben dass diese Organisation der Bevölkerung so einfach gelingen wird und dann wird alles gut.

00:12:54: Man müsste sich eben vorbereiten auf eine zunehmend ungerechter werdende Welt.

00:12:59: Jetzt hast du referiert wie die verschiedenen Akteure das in der Klimabewegung sehen, wie siehst du es denn?

00:13:04: Wie kann man sich vorbereiten und was braucht es damit der Klimaschutz vielleicht wieder ein bisschen mehr in die Offensive kommen?

00:13:14: Ja, das ist glaube ich ne gute Frage!

00:13:17: Also man kann schon verzweifeln an der Klimapolitik, also mit Katharina Reiche die nun wirklich auftritt wie eine fossile Lobbyistin in den Regierungen.

00:13:26: Sieht es und auch auf globaler Ebene aktuell nicht so aus als würde die Klimakrise hier tatsächlich noch abgewendet werden?

00:13:33: Es wird von politischer Seite zunehmend ein bisschen was getan für Klimaanpassung sozusagen und die Anpassung an die Katastrophe.

00:13:39: aber eigentlich sozusagen steuern wir auf drei Grad Plus zu.

00:13:43: Und was das bedeutet, können wir glaube ich noch gar nicht alle irgendwie absehen und... Was natürlich schon daran liegt dass die fossile Basis unserer Wirtschaftsweise unseres gesamten Lebens so tief reicht, dass hier eine sehr aktiv greifende Veränderung notwendig wäre um unser Leben tatsächlich ökologisch gerechtzumachen.

00:14:04: und da ist die bestehenden Politik derzeit noch nicht bereit und dafür gibt es derzeit auch keine demokratischen Mehrheiten wahrscheinlich.

00:14:12: Und wie das Problem zu lösen ist, ist sicherlich komplexer als was die neue Generation vorschlägt und wird eine größere Bewegungsdynamik voraussetzen.

00:14:21: Der Endegelände macht jetzt in Mai wieder Massenaktionen gegen den Bau neuer Gaskraftwerke.

00:14:28: Das sind ja auch immer solche Interventionen im öffentlichen Raum, die spannend sein können aber ... Die Klimabewegung.

00:14:34: dass Roda noch rumreißen kann tut mir leid da bin ich auch überfragt.

00:14:39: Zumindest hältst du's!

00:14:41: Jetzt du das Thema Klimaschutz in der medialen Öffentlichkeit mit deiner Arbeit.

00:14:45: Vielen Dank, dass du uns berichtet hast lieber Tim.

00:14:49: Bleib aber doch noch einen Moment denn wie jede Woche hat das Gesellschaftsteam der Wochentats da noch etwas vorbereitet?

00:14:56: Das Ding der Woche.

00:15:00: Das Ding Der Woche verbirgt sich als Foto im Umschlag und es ist tatsächlich einigermaßen schwierig zu entschlüsseln diese Woche.

00:15:07: Okay.

00:15:08: Macht dich gefasst ihr macht doch mal auf und probier, ob du draufkommst.

00:15:14: Das ist eine Drohne!

00:15:22: Ich sehe ja eine ... Scheint keine Kampfdrohne oder einer?

00:15:26: Es ist keine Kampf-Drohne, es ist eine Zivile.

00:15:29: Hast du mitbekommen, wo jenseits der Krieger in der Ost und in der Ukraine diese Woche eine Drohrne zum Einsatz kamen?

00:15:37: Hatte so was mit dem Wahlzutun.

00:15:38: Das

00:15:40: hat tatsächlich nichts mit Timmy den Wahl in der Oste

00:15:43: zu tun.

00:15:44: Es geht um die Geschichte aus Südfrankreich.

00:15:47: wo eine Gemeinde ihre Gebäude, den Kindergarten und was weiß ich ... die Dächer überprüfen wollte.

00:15:53: Und dafür so ne Drohne eingesetzt haben, um Filmeaufnahmen von den Dächern zu machen und deren Zustand.

00:15:59: Und ein misstrauischer Rentner mit sechsundsechzig Jahren hat das gesehen und sich bedroht gefühlt.

00:16:04: Er dachte nämlich, dass sind jetzt quasi Einbrecher, die sein Grundstück ausforschen und hat das Gewehr hervorgeholt Lokalen Eklat führt, weil diese Drohne er hat getroffen natürlich jetzt furchtbar teuer für so eine Gemeinde kaputt ist nicht mal einsatzfähig.

00:16:26: Ist

00:16:27: ganz interessant.

00:16:28: auch wegen den Protestaktionen von der letzten Generation an verschiedenen deutschen Flughäfen wurde das Luft-Sicherheitsgesetz verschärft.

00:16:37: ja Das heißt, um Flughäfen herum dürfen keine Drohne erscheinen?

00:16:41: Ja da

00:16:41: geht's auch im Drohen.

00:16:42: Aber das hat eher was mit anderen Sachen zu tun.

00:16:44: aber es ist jetzt eine große Straftat in den Flughöfen einzubrechen und sich auf die Rollbahn zu setzen.

00:16:51: Alles klar vielen Dank dir lieber Tim dass du da warst und eine schöne Woche!

00:16:59: Jetzt ist Nanya Bönig hier im Tats Podcast Studio.

00:17:02: Hallo Nanya

00:17:03: hallo

00:17:04: Nanja, du arbeitest im Tats-Ressort Wirtschaft und Umwelt.

00:17:07: Und du bist unsere Expertin für alles was mit Mobilität unter Verkehrswender zu tun hat?

00:17:12: Richtig!

00:17:13: Genau richtig.

00:17:15: Danke dass ich hier sein darf.

00:17:16: Da geht es bei dir oft um die Deutsche Bahn den engen Gegner wie du sagst hinter vorgehaltener Hand aber auch um den individuellen Autoverkehr.

00:17:25: diesmal aber hast du dich mit einer ganz anderen aber sehr wichtigen Branche befasst und mit einem der diese Branche versucht zu verändern Tobias Wagner, nämlich.

00:17:34: Genau.

00:17:35: Wer ist dieser Tobias Wagner und wie bist du auf ihn aufmerksam geworden?

00:17:41: Tobias Vagner is im Moment hauptberuflich e-Lkw-Fahrer hat aber eigentlich einen ganz anderen Hintergrund.

00:17:49: der war Startup Unternehmer aus München hat vorher in der Bank gearbeitet davor Betriebswirtschaft studiert also Da eigentlich eine andere akademische Richtung eingeschlagen zunächst mal und sein Start-up hat sich dann aber auch schon mit E-Mobilität beschäftigt gehabt.

00:18:06: Und so war er irgendwie schon in dem Feld aktiv, und hat sich denn irgendwann gedacht hey, ELKW die sind jetzt umkommen ich werde da irgendwie gerne dabei.

00:18:14: Ich würde gerne mitkriegen wie das so ist wie der Wandel im Lkw Verkehr vonstatten geht und dann ist der ELKV Fahrer geworden und YouTuber Also, der macht auf seinen Fahrtenvideos von sich selber.

00:18:29: Von seinen Fahrzeugen schneidet die selber und will dann mit den Leuten zeigen wie das so geht mit dem LKW.

00:18:38: Okay also wir haben es nicht mit einem ganz typischen Trucker zu tun, den man sich klischeehaft bisschen brummelig vorstellt.

00:18:46: Die arme voller Tattoo sondern schon mit einer anderen Art Laswagenfahrer?

00:18:52: Was ist das für ein Typ?

00:18:53: Wie hast du den wahrgenommen als Mensch?

00:18:55: Ja, zumindest ich hab als ich die für den Artikel recherchiert habe auch über dieser Aussage nachgedacht.

00:19:01: Der ist kein klassischer Lkw-Fahrer.

00:19:02: und dann dachte ich mir, wer ist das denn eigentlich ein klassischer lkw Fahrer?

00:19:06: Aber er sagt das tatsächlich selber von sich weil er eben einfach fast noch nie außer es musste mal kurz sein einen Diesellkw gefahren ist also so den den herkömmlichen Lkws.

00:19:16: damit kennt der sich im Prinzip nicht aus.

00:19:18: Also er sagt von sich selbst dass er kein Klassischer

00:19:20: ist?

00:19:20: Genau

00:19:20: Okay

00:19:21: Er sagt von himselfs dass er keine Klassische ist.

00:19:24: Ja, was ist das sonst für ein Typ?

00:19:26: Ich würde sagen der ist auf jeden Fall sehr begeisterungsfähig und irgendwie so einen Macher.

00:19:33: Also einer, der sich dann eben überlegt hier in meinem Startup da habe ich jetzt irgendwie genug gesehen.

00:19:38: Ich wollte schon immer Lkw-Fahrer werden hat sich bisher nicht so ergeben auch mit meiner Karriere bisher nicht Sinn gemacht.

00:19:44: aber warum eigentlich nicht?

00:19:45: Ich mache das einfach mal!

00:19:49: Also Begeisterung natürlich vor allem für so technische Details, für die Elektromovital an sich.

00:19:55: Für alles was dazugehört, Ladeinfrastruktur, für Fahrzeuge.

00:19:59: Dafür was sie dann irgendwie an technischen Details bergen und aber auch für alles andere wenn man ehrlich ist.

00:20:07: Und das kommt in seinen Videos irgendwie ganz gut rüber.

00:20:10: also er hat einfach viel Energie, kriegt viel mit und nimmt viel wahr.

00:20:16: Baut er dann da irgendwie immer ganz gut ein, finde ich.

00:20:18: Und der ist unterwegs mit seinem Hund, dem Krümelix?

00:20:21: Ja genau!

00:20:22: Sein offizieller Copy-Road sagt ja...

00:20:26: Ich habe jetzt hier Wagners Instagram-Account offen und das sieht man ihn wie auf einer Straße beweisen, dass sein Elektro-Truck auch Verbrenner überholen kann.

00:20:34: Der hat schließlich Tausendneunundsechzig PS.

00:20:38: Da sieht man Wagner auch, wer irgendwo in Skandinavien mit einem Rentier am Straßenrand quatscht oder ausprobiert ob er seinen Lastwagen an zwei Ladesäulen gleichzeitig anschließen kann, um ihn aufzuladen.

00:20:50: Ich würde gerne einmal mit dir reinhören in eines dieser Videos.

00:20:54: An der Tankstelle bin ich natürlich ein bisschen spaziergegangen und habe einen Blick auf die Zappsäulen geworfen.

00:21:00: Das ist schon ein sehr interessanter Anblick aktuell.

00:21:02: Da stand einfach mal zwei Euro vierzehn für den Liter Elke wie Diesel.

00:21:06: Und

00:21:06: das ist schon krass!

00:21:07: Also wenn du dann in reinen Dieselfuhr verkastest, Spediteur, das sind schon echt harte Zeiten Und es zeigte einfach, dass diese Abhängigkeit vom Öl und das ist ja hundert Prozent Abhängigkeiten von anderen Ländern.

00:21:18: Das ist ja klar, dass früher oder später solche Krisen passieren.

00:21:21: Die gab es immer wieder und da muss man dann auch durch.

00:21:23: Wenn man da einfach nicht in Alternativen investiert hat, nicht in erneuerbare Energien, dann darf man sich da eigentlich auch nicht drüber beschweren.

00:21:29: Und das ist ja auch der Hauptvorteil von diesen Elektroelker-Wege.

00:21:32: natürlich haben sie mehr Power Sie sind viel leiser, sie sind für den Fahrer viel angenehmer und auf die Speditöre können natürlich im Haufen Geld damit sparen.

00:21:40: Es spricht einen ganz entscheidenden Vorteil an den die E-Mobilität gerade angesichts... der geopolitischen Situation bietet?

00:21:50: Ja, auf jeden Fall.

00:21:51: Ich würde sagen das war jetzt auch so kurzfristig gesehen der Anlass für die Recherche dass die Spritpreise einfach so immens hoch sind und sich immer mehr Spediteure in Deutschland darüber beschwert haben, dass sie von der Politik gefordert haben entlastet zu werden weil sie sich eben also bei den wohnen Spritpräsen sie so sehr belasten dass sie ihre Güter dann nicht wirtschaftlich transportieren können.

00:22:15: Da ist es schon spannend, dass es da so einen vergleichsweise reichweitenstarken YouTuber und LKW-Fahrer gibt.

00:22:21: Der sagt mit meinem E-Lkw ist das alles überhaupt kein Problem.

00:22:25: Und ich finde auch irgendwie, dass der Tobias Wagner da erfrischend ehrlich drauf blickt.

00:22:32: Also manchmal kann man dann natürlich sagen hat nicht genug Mitgefühl mit denen die jetzt eben tatsächlich unter den hohen Prittpreisen leiden.

00:22:39: aber er sagt naja... Spediteure haben die Entscheidung ja bewusst getroffen.

00:22:45: Das sind keine überforderten Privatpersonen, sondern das sind Unternehmen, die ihre Finanzen eigentlich knaller durchkalkulieren müssen.

00:22:53: Wenn sie auf Diesel gesetzt haben, dann müssen wir damit rechnen dass es teurer wird wenn der Ölpreis steigt.

00:23:00: Da spricht auch der Betriebswirt in ihm und er sagt, das ist einfach eine betriebswirtschaftliche Fehlkalkulation.

00:23:06: Ich würde schon sagen da ist er relativ gnadenlos.

00:23:10: Vielleicht kann man das, was der Wagner da macht in den sozialen Medien ja auch als Klimaaktivismus verstehen.

00:23:16: Der Güterverkehr auf der Straße ist ja ein richtig dreckiges Business.

00:23:20: Richtig?

00:23:22: Ja, das stimmt auf jeden Fall!

00:23:23: Ich habe Zahlen mitgebracht beziehungsweise für mein Artikel recherchiert.

00:23:28: ich würde sagen es ist bekannt dass der Straßenverkehr seine Klimaziele gerne krachend verfehlt.

00:23:36: Ich glaube, die Zahl ist aus dem Jahr zwanzig.

00:23:37: Da waren es rund hundertvierundvierzig Millionen Tonnen CO-Zweihemissionen im deutschen Straßenverkehr und ein Drittel davon geht ungefähr auch das Konto vom Straßengüterverkehr also von LKW, von Schwerensattel, Zugmaschinen – und das ist natürlich schon eine Nummer!

00:23:58: Und dann muss man sagen wenn davon jetzt die meisten immer noch mit Diesel unterwegs sind Ja, wird sich andersrum natürlich sehr lohnen bisschen zu elektrifizieren.

00:24:09: Weil der Anteil eben einfach so groß ist an den gesamten Verkehrsemissionen.

00:24:14: und generell muss man sagen dass ein Großteil dieser Verkehrsemmissionen eben aus dem Straßenverkehr kommt.

00:24:18: das ist dann nicht alles Straßengüterverkehr natürlich.

00:24:21: wie gesagt es ist ungefähr ein Drittel aber fast ninety-fünf Prozent kommen von Aus dem Straßen verkehr generell und da eben dann vor allem von Verbrennermotoren.

00:24:32: Jetzt gibt es da diesen Elektrotrucker, der für das Thema brennt und da was verändern möchte.

00:24:38: Aber können sich elektrische Antriebe in dieser Branche überhaupt durchsetzen?

00:24:43: Ja, das ist eine gute Frage.

00:24:44: also ich würde sagen wer Ansatz den Tobias Wagner hat und was uns vielleicht auch dazu bringt ihn so als Klimaaktivisten ernst zu nehmen.

00:24:53: Das ist ja so ne Verknüpfung von Hier Leute, so und so viele CO² kann ich einsparen.

00:25:01: Also der rechnet das in seinen Videos dann immer vor wie viel er im Vergleich zu einem dieser Lkw pro Strecke einsparing kann aber auch so.

00:25:09: wie kann ich das denn überhaupt pragmatisch umsetzen?

00:25:13: Wie ist es mit dem ELKW durch die Gegend zu fahren?

00:25:16: was muss sich dafür berücksichtigen?

00:25:18: zum Beispiel also wie weit kann er denn fahren mit seinem lkw?

00:25:22: man stellt sich ja vor dass es ja oft eines der Hauptargumente Komme ich ja nicht weit mit.

00:25:27: Das stimmt und das ist auch einer der Gründe dafür, dass viele Speditionen ealkw zwar einsetzen aber nur auf relativ kurzen und dann festgelegten Strecken-Linienverkehr.

00:25:36: heißt das also die Pendeln dann halt so hin und her.

00:25:40: Und Tobias Wagner wollte unbedingt im Fernverkehr fahren Also wo er dann richtig lange Strecken machen kann und sich die Strecken auch flexibler aussuchen muss.

00:25:48: Und er sagt, wenn der Folge Laden startet dann schafft er so fünf bis sechshundert Kilometer.

00:25:54: Ich würde sagen das ist schon unter relativ dankbaren Bedingungen.

00:25:57: also wenn es kälter ist zum Beispiel dann kommt ein bisschen weniger weit oder auch wenn die Witterungsbedingungen generell schlechter sind da muss ja vielleicht sein Tempo ein bisschen anpassen.

00:26:08: Dann fährt er zwar langsamer und verbraucht zwar weniger Energie aber braucht eben auch länger und dann sind die Herausforderungen einfach zum richtigen Zeitpunkt Ladestation zu finden.

00:26:19: Also das ist dann schon ganz klassisch, so wie man sich das vorstellt.

00:26:23: Du musst das halt planen und das... Wie Erzwagner sagte man, dass das geht gut es gibt überall Ladefarks aber wie gesagt man muss es halt schon planen.

00:26:35: also du kannst jetzt nicht einfach ins blaue losfahren irgendwie also.

00:26:38: seine letzte Strecke hat ihn hier nach Lapland ganz im Norden von Findland geführt.

00:26:43: Wenn da die Infrastruktur irgendwann ein bisschen dünner wird, dann kann ihr nicht sagen, ah ja mal gucken wo die nächste Ladestation kommt.

00:26:49: Sondern man muss sich schon wenn er losfährt überlegen... ...wo ist sie denn?

00:26:53: Wie lange brauche ich um da anzukommen?

00:26:55: Wann kann ich laden?

00:26:56: wie lange muss ich da laden?

00:26:58: Wie kann ich das irgendwie mit meinen Lenk- und Ruhezeiten vereinbaren?

00:27:01: Und wann geht es dann weiter?

00:27:03: Wie lang schaffe ich die nächste Etappe usw.

00:27:05: Also es erfordert schon würde ich sagen und das gesteht auch eins so'n bisschen Planungskapazität.

00:27:11: Ja, aber natürlich bei... Ich muss vorher auch planen wie viel Sprit ich habe.

00:27:15: Wann die nächste Tankstelle kommt und meine Fahrzeiten muss sich ja auch beim Verbrenner planen.

00:27:22: Aber das sind wahrscheinlich so die Gründe warum immer noch nicht obwohl es ganz objektive Vorteile gibt?

00:27:29: Wie die Unabhängigkeit vom Gaspreis, vom Ölpreis?

00:27:33: Warum noch nicht alle Speditionen das umgestellt haben?

00:27:37: Das auf jeden Fall.

00:27:38: Ich würde sagen und Tobias Wagner sagt das auch, dass viele sich jetzt einfach noch nicht so sehr damit auskennen.

00:27:44: Also irgendwie wie ein Diesel sich bewegt, wie viel er verbraucht dann gibt es doch eben relativ viele Tankstellen wo man mal rausfahren kann wenn's eng wird.

00:27:56: Das weiß man irgendwie inzwischen.

00:27:59: also das machen die Spediteure seit Jahrzehnten Und bei Elektromobilität ist so die die Hemmschwelle noch ein bisschen größer, weil es nicht so eine bekannte Technologie ist.

00:28:10: Selbst Tobias Wagner sitzt manchmal in seinem Lkw und denkt sich ja okay ich dachte ich komme jetzt ein bisschen weiter.

00:28:17: man kann hier den Ladeständen in dem LkW immer nur so mittelfertrauen.

00:28:22: also die Richtung stimmt schon.

00:28:23: aber so auf den Kilometer genau weiß man's dann doch erst wenn man eben fährt und wenn man da ist.

00:28:31: das ist noch so ein bisschen ausprobieren und einfach die Technologie kennenlernen.

00:28:35: Und da muss man sich rein wagen, dann eben die Erfahrung machen das es funktioniert.

00:28:40: aber ich glaube dieser Mut also dieses das einzugehen vielleicht auch Fahrerinnen zu schulen der Schritt ist für viele Spediteure einfach doch relativ groß wobei Güterverkehr, Logistik und Entsorgung.

00:29:04: WGL nennt das gar nicht so als Hauptargument.

00:29:07: die sagen vor allem E-Lkw sind so teuer in der Anschaffung.

00:29:11: Das müssen dann die Fahrer und die Speditionen erstmal mit deutlich höheren Transportpreisen wieder reinholen Und dann sind sie nicht wettbewerbsfähig.

00:29:22: Ich finde spannend dass das immer noch ein großes Argument ist.

00:29:26: ich glaube es auch ein Punkt.

00:29:27: aber ja also mein Eindruck ist dieser Mut sich daran zu wagen, dass das eigentlich ein größeres Thema ist und dass so ein bisschen einfach auch noch Vertrauen in die Technologie fehlt an vielen Stellen.

00:29:42: Und der WGL zum Beispiel sagt immer noch, dass es nicht genug Ladeinfrastruktur gibt und dass es eigentlich nicht mehr so ganz war.

00:29:51: also die Lade-Infrastruktur wird weiter ausgebaut und es bestimmt noch nicht an allen Stellen so Hightech wie sie sein könnte aber Es geht auf jeden Fall schon

00:30:04: voran,

00:30:04: genau.

00:30:06: Mal angenommen dieser Mut würde einzukalten in der Branche es gäbe zum Beispiel auch Subventionen umzustellen in der eigenen Flotte.

00:30:15: bei den Speditionen frage ich mich trotzdem wollen wir das überhaupt?

00:30:20: Wollen wir überhaupt setzen auf einen elektrifizierten Güterverkehr auf der Straße oder wäre es für das Klima nicht sogar besser mehr Güterverkehr würde einfach zum Beispiel per Zug transportiert werden.

00:30:35: Das wäre auf jeden Fall besser, der LKW-Verkehr hat nur im Moment noch so einen großen Anteil am Güter Verkehr dass er auf jeden fall noch eine Weile wichtig bleiben wird wenn nicht für immer gewissermaßen zumindest in Teilen.

00:30:49: In Deutschland macht der Lkw Verkehr siebzig Prozent des gesamten Güter verkehrs aus und Auf der Schiene werden ungefähr zwanzig Prozent der Güter transportiert.

00:31:02: Und die Bundesregierung – ich glaube, das war damals noch die alte große Koalition unter Merkel – hat sich zum Ziel gesetzt bis zu einem Jahrzehntausende im Jahr- und Jahrzehnzehnte auf der Schienen zu erreichen.

00:31:17: Das heißt selbst wenn wir in dem Jahrzehrzehnten im Jahrzehmenteil sind, haben wir hier immer noch einen relativ großen Teil, der übrig ist Und das wäre schon wichtig, dass die Güter dann eben auch auf die Schiene gebracht werden.

00:31:29: Aber das was auf der Straße bleibt da wär es dann eben wiederum gut und auf jeden Fall klimafreundlich wenn da so viel wie möglich elektrifiziert wird.

00:31:38: Und selbst die Gütherbahnen jetzt neunen wir hier auch ein bisschen tagmäßig rum.

00:31:43: aber naja also selbst die selbst die Verkehrsunternehmen im Schienengüterverkehr sagen kombinierter Verkehr wäre eine super Sache.

00:31:50: Also wir brauchen irgendwie Lkw die die Ware zu unseren Zügen bringen.

00:31:56: Und dann fahren wir eine gewisse Strecke mit dem Zug, wo Schienen verlegt sind und haben wieder einen Umschlagplatz.

00:32:04: Ein anderer Lkw macht die letzten Meilen zu den Unternehmen.

00:32:08: Das ist ein Flexibler und alle würden profitieren.

00:32:13: D.h.,

00:32:13: da bleiben Lkws auf jeden Fall im Game.

00:32:19: Jetzt hast du schon politische Ziele angesprochen von der Vorgängerregierung?

00:32:24: Politisch schaut es gar nicht so gut aus, gerade für die E-Lkw ist richtig.

00:32:30: Ja, es geht so.

00:32:31: Es ist so ähnlich wie beim Verbrenneraus, dass irgendwie so eine ... Also beim Verbrentenaus für Pkw auf EU-Ebene.

00:32:38: das ist einfach so.

00:32:39: eine relativ große in Fragestellungsdebatte schon bestehender Klimaziele gibt, die alles andere überschattet.

00:32:46: und es stimmt.

00:32:47: Auf EU-ebene wurden CO-Vorgaben, also diese sogenannten Flottengrenzwerte für LKW ganz sanft.

00:32:58: Kann man fast sagen aufgeweicht?

00:32:59: Also die Flottingrenzwerte an sich sind bestehend geblieben aber die Lkw Hersteller haben ein bisschen mehr Spielraum über mehrere Jahre hinweg diese Ziele zu erreichen.

00:33:10: das heißt sie können dann in einem Jahr indem Sie besonders klimafreundlich performt haben also produziert haben mit diesem Jahr ein späteres ausgleichen.

00:33:19: Das konnten sie bisher auch, aber jetzt sind die Grenzwerte dafür ein bisschen lockerer.

00:33:26: Aber also man muss sagen das ist schade.

00:33:29: es wäre natürlich schön wenn die Regeln die mal geschaffen wurden einfach bestehen bleiben damit sich alle sicher sein können dass und das gilt jetzt irgendwie für mehrere Jahre hinweg Investitionssicherheit.

00:33:40: So dass man zum Beispiel Unternehmern auch Mut macht, in die Richtung zu gehen?

00:33:44: Genau!

00:33:44: Dass man Unternehmen Mut macht... also Investitions-Sicherheit, Planungssicherheit ist ja auch immer so ein Stichwort das sie einfach wissen was sie erwartet, dass Leute Bock haben in Ladeinfrastruktur zu investieren oder eben die Spediteure überkommen in ihre eLKW zu investiren.

00:34:00: Das heißt jede Unsicherheit is da erstmal ungünstig.

00:34:05: aber jetzt auf nationaler Ebene gibt es schon immer noch ein paar Sachen, die eigentlich für e-Lkw sprechen.

00:34:11: Also E-LKW sind zum Beispiel Maut befreit im Vergleich zu Diesel Lkw und teilweise gibt's auf Landesebene noch Förderprogramme für die Anschaffung weil eben die Anschafungskosten teilweise noch so hoch sind.

00:34:27: das gibt's inzwischen auf Bundesebene leider nicht mehr.

00:34:30: Das ist damals mit dem Urteil zum Klimatransformationsfonds ausgelaufen.

00:34:36: aber sagen wir mal, gab's immerhin auch mal auf Bundesebene.

00:34:41: Und klar jetzt die Spritpreise sind irgendwie nochmal eine Sache für sich.

00:34:45: aber eigentlich wie gesagt sind die Bedingungen für e-LKW gar nicht so schlecht.

00:34:50: der neue Masterplan Ladeinfrastruktur der Bundesregierung den der Verkehrsminister im Herbst vorgestellt hat.

00:34:57: Der enthält auch relativ viele Punkte zum Ausbau der Schnellladeinfastruktur für LKW.

00:35:05: also es könnte Schlechter sein, sagen wir mal.

00:35:08: Es ist halt nur immer ein bisschen schade wenn so eine ja wie gesagt die Debatte über diese EU-Ziele irgendwie alles überschattet und Spediteure dann eben eher dafür protestieren dass die Spritpreise für sie gesenkt werden als das.

00:35:22: sie sich fragen was könnten wir denn vielleicht machen um uns ein bisschen unabhängiger von Spritbreisen zu machen?

00:35:28: Aber Leute wie Tobias Wagner halten dagegen gegen diesen Trend und zeigen, dass es eigentlich mehr mit gesunden Menschenverstand zu tun hatte als mit Ideologie.

00:35:38: Und auch du brichtest weiterhin und machst Druck!

00:35:42: Ich danke dir vielmals, dass du hier warst und uns davon erzählt hast.

00:35:46: Danke, dass ich dabei sein durfte.

00:35:52: Das war Reingind – die Geschichten der Woche.

00:35:54: Wenn es euch gefallen hat, teilt dem Podcast gern mit allen den ihr Gutes wünscht.

00:35:59: Die ausführlichen Texte zu dieser Folge findet ihr am Kiosk in der gedruckten Wochentaz.

00:36:04: Darin findet ihr auch weitere spannende Geschichten, aus Mexiko zum Beispiel – wo auf Hochtouren die Fußball-WM vorbereitet wird oder zur Frage ob eine Mediation zu Gerechtigkeit führen kann im fällen sexualisierter Gewalt.

00:36:18: Lesen könnt ihr uns auch im Netz.

00:36:19: tats.de hat keine Paywall.

00:36:21: Wenn ihr unsere Arbeit trotzdem unterstützen wollt, könnt ihr das tun über unser freiwilliges Bezahlmodell tatz zahlig.

00:36:27: Den Link findet ihr in den Show-Notes.

00:36:30: Wenn ihr Lob, Kritik oder Wünsche habt, schreibt uns gerne an reingehen at tats.de.

00:36:35: Für den Schnitt möchte ich Daniel Fromm danken.

00:36:38: Ihr verlottert Andrea für die Koordination der Tats Podcasts.

00:36:41: Danke an Nikolaj Kühlinge für die Musik.

00:36:44: Danke an Sima Ibrahimi und Lisa Schwedeck für das Cover.

00:36:47: Bye bye bis zum nächsten Mal!

00:36:52: Haben wir was komplett vergessen?

00:36:57: Ähm... So, meinst du nicht das ist jetzt ein bisschen zu?

00:36:59: Ich habe es ja am Ende.

00:37:00: oder bin ich jetzt hier so full collabs gegangen.

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