Im Land der Glücklichen
Shownotes
Die Dänen sind mit ihrer Demokratie zufrieden, sie zahlen gerne Steuern, sie gelten als eine der glücklichsten Gesellschaften – wie kann das sein? Das fragt Sophie Fichtner Gesellschaftsredakteurin Antje Lang-Lendorff. Sie hat Robert Habeck in Kopenhagen getroffen, um diese Frage zu beantworten.
Auch bei der Barrierefreiheit der Bahn können wir uns einiges in anderen Ländern abgucken. Die freie Journalistin Katharina Federl erzählt vom neuen ICE L, der den Einstieg mit dem Rollstuhl erleichtern soll, und historischen Bahnsteighöhen, die heute für Probleme sorgen.
📖 Zu den Texten aus der wochentaz vom 21.03.2026
Zum Glück geht's nach Norden, von Antje Lang-Lendorff Zurückbleiben, bitte, von Katharina Federl
💌 Du erreichst uns unter reingehen@taz.de
👍 Teile Reingehen, hinterlasse eine Bewertung bei Spotify oder Apple Podcasts und unterstütze uns über taz zahl ich
🎧 Credits Schnitt: Daniel Fromm Produktion: Eva-Lotte Andereya Musik: Nicolai Kühling Cover: Lisa Schwedek Foto: Sima Ebrahimi
Transkript anzeigen
00:00:02: Hallo, das ist Reingehen.
00:00:03: Der Podcast der Wochentats.
00:00:06: Diesmal mit mir Sophie Fichtner.
00:00:09: Hier besprechen wir Recherchen aus unserer aktuellen Ausgabe mit den Autorennen.
00:00:13: Diese Woche geht es in beiden Geschichten darum wie etwas besser gemacht werden kann.
00:00:18: Wir blicken nach Dänemark wo die Menschen deutlich glücklicher sind als bei uns und fragen was wir uns von denen abgucken können.
00:00:25: Außerdem sprechen wir über Barrierefreiheit bei der Bahn.
00:00:29: Da ist leider auch noch ganz schön Luft nach oben.
00:00:35: Mein erster Gast ist Antje Langlendorf.
00:00:38: Hi, Antje!
00:00:39: Hallo!
00:00:40: Schön, dass du da bist.
00:00:41: Du bist Redakteurin im Gesellschaftsteil der Wochentatz und hast für deine neue Recherche Robert Habeck in Kopenhagen getroffen.
00:00:48: Was macht der ehemalige Vizekanzler jetzt in Dänemark?
00:00:53: Der lebt da zurzeit.
00:00:55: Er is am dänischen Institut for Internationales Studien und beschäftigt sich da thematisch mit Sicherheitspolitik und Verteidigungspolitik und mit Klimawandel.
00:01:04: Er hält Vorträge, er nimmt einen Diskussionsrundenteil und dabei kriegt der auch ein bisschen Abstand zur Bundespolitik.
00:01:12: Das hat er sich gewünscht.
00:01:13: Er will ins Offene so hatte in einem Tatsinterview im August gesagt und einfach noch mal gucken wo es jetzt eigentlich weitergeht.
00:01:21: Kommen den Dienstag wird in Dänemark dann gewählt und in keinem anderen Land in der EU ist das Vertrauen in die Demokratie so groß wie in unserem Nachbarland?
00:01:32: In Deutschland sind es nur fifty-fünfzig Prozent.
00:01:37: Woran liegt das?
00:01:38: Ja, das ist wirklich erstaunlich und echt beneinswert.
00:01:42: Als ich das gehört habe, dachte ich so wow!
00:01:44: Das bedeutet ja, dass man jemanden auf der Straße... Also alle Leute die man auf der Strasse trifft, das Neuen von zehn, das System total super finden indem sie leben und das finde ich wirklich ersteinlich.
00:01:54: Das war auch ein Grund warum mich mit dem ganzen Thema so intensiv beschäftigt habe.
00:01:58: Warum das so ist, ist gar nicht so leicht zu beantworten.
00:02:00: eine recht große Frage.
00:02:02: Also ich denke, es sagt ja aus dass die Dänen und Däne glauben das das System und die Demokratie in der Form wie sie gelebt wird in Dänemark, dass das gut funktioniert, dass sie ihre Probleme gut gelöst bekommen, dass Sie ganz gut dastehen und also man kann das auch sagen... Die Arbeitslosigkeit ist ja relativ niedrig da!
00:02:21: Die Wirtschaft wächst im Gegensatz zu Deutschland wo's so stagniert.
00:02:25: Sie haben diesen tollen Wohlfahrtsstaat, also es geht den Dänern einfach gut Und die Formen, wie sie Demokratie leben ist auch ganz interessant.
00:02:35: Sie verhandeln immer alles miteinander aus.
00:02:38: Es ist eine Konsensdemokratie – das ist ein bisschen anders als bei
00:02:40: uns.".
00:02:42: Darauf wollen wir später noch mal eingehen auf dieses Prinzip?
00:02:46: In deinem Text schreibst dabei auch, dass das Gesetz von Jante etwas damit zu tun hat.
00:02:50: Was hat es da mit Aufsicht?
00:02:51: Ja davon haben hier verschiedene Leute erzählt, als ich in Kopenhagen war.
00:02:55: Das geht zurück Roman aus den Dreißiger Jahren.
00:02:58: Den Roman kennen gar nicht mehr so viele, aber die Grundaussage ist wie zu einer Art Verhaltenskodex in den skandinavischen Ländern geworden und das heißt so viel wie glaube ich nicht dass du besser oder klüger oder irgendwie wertvoller bist als andere.
00:03:13: also eigentlich ist es eine Art Aufforderung zur Bescheidenheit zugleich halt auch zur Konformität ein Stück weit.
00:03:21: Ich habe da darüber auch mit einer Mitarbeiterin das Institut, das Happiness Research Institute gesprochen.
00:03:27: Die heißt Katharina Lachbund was ich ganz hübsch fand und sie meinte es ist in Dänemark so dass Gemeinsame wird als Weg zum Glück angesehen.
00:03:37: Das hat mich
00:03:37: beeindruckt.
00:03:38: Ja und das haben die Menschen dann so verinnerlich?
00:03:40: Genau!
00:03:41: Jetzt hab' ich noch eine Zahl mir aufgeschrieben.
00:03:45: Echtundachtzig Prozent der in Dänemarkt lebenden Menschen zahlen sogar gerne ihre Steuern.
00:03:50: Wie geht das denn?
00:03:51: Ja, da fällt man erst mal nach hinten um.
00:03:55: Das ist tatsächlich wohl so, dass es da einen Effekt gibt – den nennt man in der Politikwissenschaft Feedback Loop -,
00:04:03: d.h.,
00:04:04: da gibt's eine breite Mittelschicht und die zahlen relativ viel Steuern.
00:04:07: Die wissen aber auch, wenn Ihnen oder einem Ihrer Liebsten was passiert, sind sie immer ganz gut aufgefangen.
00:04:15: Dafür zahlen Sie dann wiederum gerne Ihre Steueren gerne Teil dieser Gemeinschaft ist und dafür auch seinen Beitrag leistet.
00:04:24: Das heißt, der Wohlfahrtsstaat unterstützt und verstärkt sich selbst.
00:04:28: Wow!
00:04:28: Das kennen wir hier ganz anders, spezifisch gemäckert.
00:04:32: Ein weiterer Unterschied ist auch noch das wie in Deutschland noch keine Minderheitsregierung hatten zumindest auf Bundesebene.
00:04:43: Drama gilt, wenn es denn mal eintreten sollte.
00:04:46: In Dänemark ist das genau andersrum.
00:04:48: Das Land wird fast immer von einer Minderheit
00:04:50: regiert.".
00:04:51: Ja da habe ich auch mit Robert Harbeck drüber gesprochen und ich hab' mit ihm geredet weil er tatsächlich Dänemarck sehr gut kennt.
00:04:56: Der hat ja früher schon gelebt als Student schon vor den neunziger Jahren und dann später nochmal mit seiner Familie spricht auch Danish Und der hat sich auch lange mit dem System beschäftigt, weil ihn ja Politik interessiert.
00:05:08: Und er hat dann erzählt, als zwanzig-zweiundzwanzig, da hat Mette Frederiksen eine Regierung gebildet und ausnahmsweise keine Minderheitsregierung sondern eine Mehrheitsregierung.
00:05:18: Dann hat ein dänischer Freund Robert Habeck angerufen und hat gesagt, Robert du kannst dir nicht vorstellen was bei uns los ist!
00:05:26: Jetzt haben die eine Mehrheit jetzt können sie machen was sie wollen.
00:05:29: und Robert Haveck hat dann gesagt das ist doch super ich habe hier die FDP an der Backe ich hätte total gerne eine stabile Mehrheit.
00:05:35: und dann der Freund, der ließ sich aber nicht beruhigen.
00:05:37: Der war wirklich richtig empört so nach dem Motto das ist überhaupt nicht super!
00:05:41: So läuft es bei uns nicht.
00:05:43: wo bleibt denn die Verständigung?
00:05:45: Die Konsenskultur der Ausgleich
00:05:47: Ja Konsensdemokratie da ist sie wieder.
00:05:49: was steckt denn dahinter?
00:05:50: wie funktioniert das bei den denen?
00:05:52: also dadurch dass die Minderheitsregierungen haben müssen die viel mehr verhandeln.
00:05:56: Die Regierung muss sich immer Partner suchen.
00:05:58: auf der anderen Seite Bei uns ist Minderheizregierung ja total verpönt.
00:06:03: Man denkt immer, das ist ein Notfall-Notlösung.
00:06:06: Das macht man nur wenn es wirklich nicht anders geht.
00:06:08: Das sind denen mal ganz anders die Treffenvereinbarungen mit Oppositionsparteien und machen das auch flexibler als dass bei uns passiert.
00:06:17: Man meint, dass man damit nicht stabil regieren kann.
00:06:19: aber zum Beispiel treffen die zu bestimmten Themen wo es inhaltliche Schnittmengen gibt treffen sie dann Verabredungen mit anderen Parteien so dass sie dann eine Mehrheit haben und das ist durchaus stabil Weil diese Verträge dann auch halten, wenn die Regierung wechselt und die andere Seite dran ist.
00:06:37: Die aber ja mit einbezogen war vorher schon.
00:06:40: Und insofern passiert so was wie bei uns dieses Ping-Pong.
00:06:43: Die eine Regierung macht gleich wieder rückgängig, was ihre Vorgänger beschlossen haben.
00:06:47: Das passiert da gar nicht so?
00:06:49: Also sichere Heizungsgesetz oder Bürgergeld oder so.
00:06:51: das passiert nicht so weil es diese langfristigen Vereinbarungen gibt.
00:06:56: Kannst du mir mal einen Beispiel für einen Konsens den gefunden haben.
00:07:01: Also, einer so eine Vereinbarung gab es zur Rente oder gibt es zur Rente?
00:07:05: In den vergangenen Jahren hat das dänische Parlament mit großer Mehrheit beschlossen, dass das Renteneitrittsalter an die Lebenserwartungen geknüpft wird.
00:07:13: Das ist interessant!
00:07:14: Weil es ist ja logisch, wenn alle Leute älter werden, dass es irgendwie nicht so weitergehen kann und es zu teuer wird und man etwas tun muss – bei uns ist es sehr schwer etwas zu tun.
00:07:25: Es ist also nicht, dass ich das jetzt ganz toll finde was sie denen da machen aber dass sie sich überhaupt der Problematik zu stellen.
00:07:31: Genau, die haben dann einen Konsens gefunden.
00:07:33: Eine breite Mehrheit und haben festgelegt dass das aneinander geknüpft ist.
00:07:38: Und seitdem wurde tatsächlich das Renten-Eintrittsalter mehr Fahrer Höht zuletzt im Mai zwei tausendfünfundzwanzig.
00:07:46: Da haben sie beschlossen, dass in den Jahren zweitausendvierzig die Menschen in denen macht tatsächlich erst mit seventy in Rente gehen.
00:07:51: Das muss man sich mal vorstellen.
00:07:53: Halleluja!
00:07:54: Ja also es gibt darüber inzwischen auch Diskussionen.
00:07:58: Es war auch ein bisschen Thema im Wahlkampf.
00:07:59: Die Sozialdemokraten von Mette Frederiksen haben auch gesagt, dass sie da nochmal nachverhandeln wollen und es das jetzt nicht auf Dauer immer so weitergehen kann.
00:08:06: Aber grundsätzlich fühlen sich alle erst mal daran gebunden.
00:08:09: Das kann man darin glaube ich ganz gut zeigen!
00:08:12: Okay,
00:08:12: d.h.,
00:08:12: Sie sind sehr gut darin sich zu verständigen und sind glücklich, zahlen gerne Steuern.
00:08:18: Trotzdem muss es da ja einen Hagen geben – wo ist der bei den Dehen?
00:08:23: Ja, Dänemark ist ja schon auch sehr bekannt für seine restriktive Migrationspolitik.
00:08:28: Damit haben sie Schlagzeilen gemacht immer wieder seit vielen Jahren.
00:08:32: Vielleicht ist das so eine Art Kehrseite dieses Gemeinsinnens?
00:08:35: Es gibt diesen starken Wohlfahrtsstaat und den Gemeinsinnen aber der gilt halt für Dänenin-und-Dänen, für Einheimische.
00:08:42: Das liegt auch an der dänischen Volkspartei.
00:08:44: die hat sich in den neunziger Jahren gegründet und ganz am Anfang wollte mit denen keiner was zu tun haben, rechtspopulistische Partei.
00:08:52: Aber die haben schon seit dem Jahr zwei Tausend Eins die konservative Regierung toleriert und hatten von da einen relativ starken Einfluss auf die dänische Politik.
00:08:59: Und sogar die Sozialdemokraten haben sich Position der dänischen Volkspartei zur Eigen gemacht.
00:09:04: also es ist in Dänemark ist so dass auch Mette Frederiksen sagt sie will null Asylbewerber, Asyl Bewerberinnen haben.
00:09:14: das ist ganz schön hart.
00:09:15: und die haben Sachen beschlossen die gingen bei uns gar nicht ein Ghetto Gesetz Demzufolge in einem Viertel, wo zu viele nicht Westler das ist dann das Kriterium wohnen die Leute zwangs umgesiedelt werden zum Beispiel.
00:09:26: Okay, das klingt krass.
00:09:27: da hört dann echt das gemein oder an der dänischen Grenze auch auf.
00:09:30: Genau
00:09:31: gibt es trotzdem etwas wo du jetzt sagst wir sind sehr unterschiedlich in deutschen Wändigen sehr unterschiedliche Hand habt was wir uns von denen abgucken können was du jetzt von deiner Recherche mitnimmst.
00:09:42: Auf jeden Fall Ich war total erstaunt, als mir das ganz klar wurde wie deren politische Kultur ist.
00:09:49: Dass das bei denen so funktioniert mit den Minderheitsregierungen und dass die wirklich in der Lage sind dann immer auch zu verhandeln und Vereinbarung zu treffen.
00:09:56: Und ich glaube schon, dass wir uns da merken können Minderheitsregierungen sind nicht immer nur eine Bedrohung, die können auch eine Chance darstellen.
00:10:03: Also bei uns wird es ja auch nicht leichter Koalitionen zu finden wenn die Volksparteien kleiner werden und das Partei in Vielfalt größer wird.
00:10:10: neue Parteien gründen sich.
00:10:11: dann hat man hier auch bei der Ampel gesehen dass waren ja Fliehkräfte in der Ampel und dann ist sie halt zerbrochen.
00:10:17: Und wenn das bei uns öfters so kommen sollte dass es halt auch Minderheiz-Regierungen gibt Dass man sieht Das ist nicht nur schlimm Es kann total auch normal sein und viele Chancen bieten dass man da anders miteinander spricht, dass sich Parteien auch nicht gar so verbiegen müssen.
00:10:30: Weil sie bei den Sachen mitmachen wo sie inhaltliche Schnittmengen haben.
00:10:35: Also klar Brandmauer gilt wenn man die AfD außen vorlässt ist es trotzdem noch schwer Mehrheiten zu finden.
00:10:42: aber auch an dem Rahmen kann man das machen.
00:10:44: Sachsen zeigt das zum Beispiel.
00:10:46: Da haben Sie ja eine schwarz-rote Minderheitsregierung und die suchen sich Mehrheiten mit grünen linken BSW.
00:10:52: Und was gibt's jetzt schon eine Weile?
00:10:55: Sie haben so einen Konsultationsmechanismus entwickelt, wie man Gesetze entwickeln kann gemeinsam mit der Opposition.
00:11:02: An welcher Stelle da wer was einbringt?
00:11:05: Ja also funktioniert und tatsächlich soll da auch schon mal eine Initiative von Linken und Grünen dann verabschiedet worden sein, was in einem normalen Koalitionsoppositionsverständnis ja gar nicht so denkbar ist.
00:11:16: Stimmt!
00:11:17: Da bin ich gespannt, was wir auch hinsichtlich der kommenden Landtagswahlen noch für Minderheitenkonsolation vielleicht... Weit auch in Deutschland sehen und was wir dann, wo wir uns an die Deen erinnern können.
00:11:29: Zuletzt möchte ich aber schon noch wissen wie ist es denn Robert Habeck zu treffen nachdem er jetzt nicht mehr Politiker ist?
00:11:37: Also ich habe Robert Haveck tatsächlich zum ersten Mal getroffen.
00:11:40: deswegen kann ich jetzt nicht sagen ob's anders ist seit ihr kein politisches Amt mehr hat als war total nett der kam ja mit seinem Fahrrad angefahren.
00:11:48: er hat so ein dunkel grausen Rad kam er da über die Brücke gefahren und war irgendwie gleich total bereit, auch Fotos zu machen.
00:11:55: Und wir sind dann in seinen Büro gelaufen.
00:11:58: Der wird da nicht so erkannt wie hier was für ihn sicherlich ziemlich angenehm ist.
00:12:03: In Deutschland läuft der ja mit Cappy rum?
00:12:05: Genau hat er einen Cappy auf das sein Tarn-Cappy ist.
00:12:08: Da wird er wohl deutlich enigererkannt.
00:12:10: Wir standen vor der Kaffee Maschine bei ihm auf der Etage in der Teeküche und dann haben wir da ein Cappuccino gedrückt geholt und dann brauchte diese Maschine eine Weile Pause stand auf dem Display und dann wurde er so total ungeduldig.
00:12:25: Und dann hat der auch so gesagt, ja das hat er schon noch aus seiner Ministerzeit drin, dass die Dinge mal so schnell gehen.
00:12:31: Das hat diese Kaffeemaschine nicht so sehr beeindruckt.
00:12:34: Irgendwann kamen dann der Espresse und dann sind wir in seinem Büro gegangen und haben uns unterhalten und dann war es einfach sehr spannend.
00:12:40: Er hat einen sehr guten Einblick ins Land.
00:12:42: Ja und wir jetzt auch viel mehr durch deinen Text!
00:12:45: Vielen Dank, Antje.
00:12:46: Bevor ich dich entlasse habe ich aber noch etwas Tennis vorbereitet?
00:12:54: Das Ding der Woche.
00:12:57: Und zwar
00:12:57: befindet sich in diesem Umschlag hier, ich reiche in dir das Ding der Woche.
00:13:02: Okay!
00:13:04: Du darfst auspacken?
00:13:07: Ist ziemlich flach.
00:13:07: das Ding dieser Woche.
00:13:09: Es ist ein Foto vom
00:13:10: Ding der woche.
00:13:12: Oh, einen Oscar auf.
00:13:15: Nehm' mich mal an... Was ist das für den Oscar?
00:13:18: Es sieht nach einem komischen Oscar aus, stimmt's?
00:13:20: Ja irgendwie schon.
00:13:24: eine Nachbildung, dass Oscars den Champagne bekommen hat.
00:13:28: Und zwar hat er den Oscar als bester Nebendarsteller für seine Rolle in One Battle After Another bekommen.
00:13:35: Er war aber nicht in LA um den Oscar entgegenzunehmen sondern er ist gerade in der Ukraine und hat dann diesen Oscar bekommen.
00:13:43: das ist ein Oscar aus Eisen der so aussieht als wäre einer also nicht dreidimensional sondern ganz flach ehemaligen ukrainischen
00:13:54: Zug,
00:13:54: der von einer russischen Rakete getroffen wurde.
00:13:57: Gepresst worden, hergestellt worden und der ukrainische Eisenbahnchef hat ihm dann stellvertretend diesen Oscar überreicht.
00:14:05: Oha!
00:14:06: Ja, das
00:14:08: ist skurrile Geschichte.
00:14:10: Und er engagiert sich in der Ukraine.
00:14:12: oder dritte da gerade ein Film?
00:14:13: Nee, ich hab gelesen.
00:14:14: Er ist seit den ersten Kriegstagen ein starker Unterstützer der Ukraine und war in dem Jahr auch schon einmal dort.
00:14:22: Und jetzt eben wieder!
00:14:25: Wobei ich finde dass er diesen Oscar für seine Nebenrolle in One Battle After Nara auf jeden Fall verdient hat.
00:14:31: Das war echt großartig.
00:14:33: Das stimmt.
00:14:33: Habe ich total gerne gesehen.
00:14:34: Ja oder weil er so ein ekliger
00:14:37: Charakter.
00:14:37: Aber
00:14:37: das hat er aber sehr gut gemacht.
00:14:40: Also verdient?
00:14:41: Bis bald, Ansje.
00:14:42: Vielen Dank!
00:14:43: Danke!
00:14:47: Tschüss!
00:15:10: Bei mir ist jetzt Katharina Federl.
00:15:12: Sie ist freier Journalistin und beschäftigt sich vor allem mit den Themen Gesellschaft, Diskriminierung und unsichtbare Erkrankungen.
00:15:20: Hi!
00:15:20: Ich freue mich, dass du da bist.
00:15:21: Freue mich auch sehr.
00:15:22: Danke für die Einladung.
00:15:24: Diesmal hast Du Dich in Deinem Text damit beschäftigt wie RollstuhlfahrerInnen beim Bahnfahren diskriminiert werden?
00:15:31: Menschen, die problemlos in den Zug einsteigen können haben wahrscheinlich noch nicht so viel darüber nachgedacht, reinführen ein riesiges Hindernis sein können.
00:15:42: Wer mit dem Kinderwagen reist oder einen Rollator braucht, der kennt sich damit vielleicht schon eher aus oder hat sich schon mal aufgeregt wie kompliziert dann eben dieser Einstieg sein kann und was das einfach für eine Riesenhürde ist.
00:15:54: für viele Menschen Mit einem Rollstuhl ist man definitiv aber auch Hilfe angewiesen.
00:15:59: Wie bist du denn auf diese mangelnde Barrierefreiheit in der Bahn aufmerksam geworden?
00:16:05: letzten Oktober oder November eine Pressemitteilung der Deutschen Bahn gelesen, in der es um den neuen ICL ging und er wurde da als Meilenstein- und neuer Maßstab bei der Barrierefreiheit gefeiert.
00:16:19: Und ich habe mich da so ein bisschen gefragt ist das wirklich so?
00:16:22: also verändert sich die Lage jetzt grundlegend für Menschen mit eingeschränkter Mobilität?
00:16:27: Oder blöffen sie sozusagen und tun nur so als würden Sie barriere Freiheit jetzt plötzlich auf ihre Priolis zu setzen?
00:16:34: Genau, dann habe ich das gepitscht und war viel in sozialen Medien unterwegs.
00:16:39: Und hab Gespräche mit Menschen im Rollstuhl
00:16:41: geführt...
00:16:43: ...und bin dann letztendlich auf Frankie-Man und die Zauberbären gestoßen.
00:16:49: InklusionsinfluencerInnen nennen sie sich!
00:16:53: Die beiden sind seit einigen Jahren schon fast jeden zweiten Tag im Zug unterwegs und sind total verrückt weil sie auch ganz oft in Zügen schlafen.
00:17:03: besser schlafen als in ihren eigenen Betten.
00:17:06: Kann man kaum glauben?
00:17:07: Ja, das bedeutet aber auch dass sie halt häufig Züge zur zeitenden Anspruch nehmen zu denen Servicepersonal an Bahnhöfen einfach nicht mehr verfügbar ist zumindest an kleineren Bahnhäufen genau.
00:17:21: und deshalb kennen Sie sich mit manglernder Barrierefreiheit sehr gut aus und konnten mir sehr viel davon erzählen
00:17:27: weil sie sitzt im Rollstuhl richtig.
00:17:29: ja sie sitzt seit ihrer Kindheit in einem ziemlich großen Rollstuhl und ihr Mann begleitet sie quasi auf all ihren Wegen.
00:17:37: Wie sieht denn dann Ihr Alltag mit der Bahn aus, wenn Sie da so viel unterwegs sind?
00:17:42: Ja also Sie haben mir in Gesprächen gesagt das ist auf jeden Fall dass sich Ihre Situation schon verbessert habe in den letzten Jahren.
00:17:48: aber Sie haben jetzt zum Beispiel auch von Situationen erzählt wo sie einfach ein Bahnhöfen stehen gelassen wurden weil der Lift nicht funktioniert hat oder keine Rampe verfügbar war über die Karin-Core-Listabel, dass ihr richtiger Name in den Zug gebracht worden wäre.
00:18:06: Sie haben ja auch ganz viel erzählt von generften Mitfahrerinnen, die sie dann für Verspätungen verantwortlich gemacht haben.
00:18:13: Dabei ist natürlich klar die Schuld der Bahn wenn Lift oder Rampen nicht rechtzeitig zum einen oder Ausstieg da sind oder das Personal mit der Bedienung einfach überfordert ist.
00:18:22: Absolut ist auch total gemein, wenn sie dann dafür verantwortlich gemacht werden und Ärger bekommen.
00:18:27: Stress mit anderen Mitfahrenden sollte nicht so sein!
00:18:31: Der neue ICEL?
00:18:33: Wie sieht der denn aus?
00:18:34: Und inwiefern soll der jetzt die Situation für Menschen mit eingeschränkter Mobilität verbessern?
00:18:40: Genau, der neue ICL ist besonders weil er einen stufenlosen sogenannten Niveaugleichen-Einstieg ermöglicht das heißt er hat keine Treppen mehr Und deshalb heißt er auch ICL.
00:18:52: Das L steht für Low Floor und Menschen mit eingeschränkter Mobilität müssen sozusagen halt keine Barrieren beim Ein- und Ausstieg mehr überwinden, sind gleichzeitig nicht mehr auf Rampen oder diese sogenannten Hublüfter angewiesen also die Plattformen, die entweder in Zügen eingebaut sind oder mobil sind, also an Bahnhöfen gelagert werden und von Servicepersonal zu Zügen getragen werden müssen.
00:19:17: Und auch im Innenraum gibt es so ein paar Neuerungen.
00:19:19: Zum Beispiel gibt's elektrisch schön verstellbare Tische an den Rollstuhlplätzen, die sich quasi an diese Zöhe der Menschen anpassen.
00:19:27: Aber ansonsten unterscheidet er sich nicht sonderlich von anderen Zügen.
00:19:30: also es gibt immer noch nur drei Rollstühlplätze und im Bord bis zur Höhe des Menschen mit Rollstuel kein Platz.
00:19:37: aber dieser stufenlose Einstieg ist natürlich nur um...
00:19:41: Die Hub-Lifte spielen ja eine große Rolle für die Menschen im Rollstihl dann mit diesem Gerät in den ICE gehoben werden sollen.
00:19:49: Aber es funktioniert häufig nicht gut?
00:19:52: Genau, also mit den Hubliften gibt's so einige Probleme.
00:19:55: Es gibt ja einmal diese mobilen Hublifter die also nicht ins Füge eingebaut sind.
00:19:58: Da ist das Problem dass Menschen mit Behinderung auf Servicepersonal angewiesen ist Dass nur zu bestimmten Zeiten an Bahnhöfen ist Und dann halt um zwanzig Uhr nicht mehr Also zumindest an kleineren Bahnhöhfen Zügeverspätung haben.
00:20:18: Also wenn Menschen im Rollstuhl davon ausgehen, dass sie um einundzwanzigvierfünfundvierzig da sind und dann erst um zwanzigjahr dreißig ankommen und dann halt niemand da ist.
00:20:27: Und Abhilfe sollten eben eingebaute Hublüfte schaffen die vor ein paar Jahren in einige ICS eingebaut wurden.
00:20:34: Da ist bloß das Problem, dass die so kompliziert konstruiert wurden, dass oft auch Boardpersonal gar nicht weiß wie man die überhaupt bedient.
00:20:43: Und das ist irgendwie eine ganz witzige Geschichte, weil dann Frank Cordes, also Frankie Mann sich irgendwann ... Weil er halt so deprimiert davon war.
00:20:52: Selbst quasi beigebracht hat wie die Bedienung funktioniert und jetzt regelmäßig Bahnpersonal anleitet beim Ein- und Ausklappen.
00:21:01: Wow!
00:21:01: Genau.
00:21:02: Und was ganz cool ist... Die beiden wurden auch eingeladen.
00:21:05: Die Hublifte, die quasi über Jahre nicht wirklich funktioniert haben zu verbessern.
00:21:13: Also die haben, ich glaube genau vor zwei Jahren, haben sie ein ICE-Werk besucht und waren da beim Brainstorming dabei.
00:21:21: Und jetzt wurde ihnen versprochen dass die verbesserten Hublöfte im Jahr zwölfund sechsundzwanzig oder siebenund zwanzig sind in den ICEs eingebaut werden.
00:21:30: also das ist auf jeden Fall ein großer Fortschritt.
00:21:34: Jetzt hat das Paar den ICE schon getestet.
00:21:38: was war denn ihr Resümee?
00:21:41: Genau, also sie haben ihn auf jeden Fall als Game Changer bezeichnet und waren vom stufenlosen Einstieg begeistert.
00:21:48: Das Problem bei der Testfahrt im Dezember zu der Sie eingeladen wurden war nur dass die Lücke zwischen Zug- und Bahnsteigkante noch etwas zu breit war und Rollstuhlfahrer in leicht in ihr stecken bleiben konnten.
00:22:00: da hat man ihm aber versprochen das man nachjustieren werde.
00:22:04: ob das passiert ist das konnte ich jetzt irgendwie nicht rausfinden und sie auch nicht.
00:22:08: Genau, was Sie aber auch angemerkt haben und das ist eines der größten Probleme bei der Barrierefreiheit im deutschen Fernverkehr.
00:22:16: Dass der ICL gar nicht an allen Bahnhöfen stufenlos funktioniert sondern nur am Bahnsteigen mit einer Höhe von Sechsohn-Siebzig Zentimetern.
00:22:25: Und das Problem mit den unterschiedlichen Bahnsteighöhen in Deutschland ist historisch entstanden.
00:22:30: Im Kaiserreich zum Beispiel hat mir ein Experte vom Verkehrsklub Deutschland erklärt Da haben die Preuß ist schon, die bayerische Staatsbahn schon unterschiedliche Standards benutzt.
00:22:41: In der DDR gab es dann einen Bahnsteighöhenstandard von fünfundfünfzig Zentimetern in der BRD von sechsunsebzig Zentimetern.
00:22:47: also das war immer irgendwie Chaos.
00:22:51: Das heißt dankweise wenn der Zug einfährt ist er an unterschiedlichen Bahnhöfen ist die Lücke immer unterschiedlich hoch.
00:22:56: Genau, also die Bahnsteig-Höhnen weichen voneinander ab und wenn der ECL auf siebzig Zentimeter ausgelegt ist aber ein Bahnsteighalt von fünfzig Zentimetern hoch ist dann muss man trotzdem eine Stufe quasi runter steigen.
00:23:11: Und Menschen mit eingeschränkter Mobilität sind halt wieder auf einer Rampe oder einen Lift angewiesen Und das ist halt einfach blöd.
00:23:18: und es liegt auch daran, dass Barrierefreiheit lange nicht mitgedacht wurde.
00:23:23: Und auch bis heute häufig nicht mit gedacht wird.
00:23:27: Obwohl mir die Frage beantwortet hat, mit zweihundertdreien achtzig von dreieinhalbundseitig fernverkehrsbahnhöfen haben schon die Standardhöhe von seventy-six Zentimetern also sie sind davon überzeugt, dass Sie auf einem guten Weg sind quasi vollständig barrierefrei ausgebaut ist.
00:23:46: Wenn man Expertinnen fragt, dann gehen die aber davon aus dass es noch mehr als dreißig Jahre dauert.
00:23:53: Das ist ganz schön lange!
00:23:55: Gibt es denn auch schon Länder oder Züge in denen mehr Barriere freiheit gewährleistet wird?
00:24:01: Genau also das Problem mit den unterschiedlich hohen Bahnsteigen gibt's auf jeden Fall auch in anderen Ländern auch wenn das Problem dort vielleicht nicht ganz so stark ist.
00:24:09: In der Schweiz gibt es einen Zug, der quasi als Goldstandard der barrierefreien Züge gilt.
00:24:16: Der fährt seit dem Jahr auch zwischen Frankfurt und Mailand.
00:24:20: Und seit letztem Jahr zwischen Hamburg und Basel ist er in Deutschland unterwegs.
00:24:25: Da ist das so eine relativ simple Lösung auf das Problem, weil's dort zwei unterschiedlich hohe Türen gibt.
00:24:31: Einmal die Tür, die ca.
00:24:39: eigentlich fast alle fernverkehrsbaren Höfe anfahren kann und für Menschen mit Rollstuhl barrierefrei zugänglich ist.
00:24:49: Ist ja ziemlich clever, dass dann quasi nicht der Bahnsteig angepasst wird sondern in der Zug- und unterschiedliche Höhen mitbringt!
00:24:55: Du hast sie auch in vielen Nachbarländern von Deutschland umgeschaut.
00:24:59: was ist dir sonst noch so für Positives begegnet?
00:25:02: Wo wird es vielleicht besser gemacht?
00:25:04: Also was andere Länder definitiv besser machen, ein Punkt über Rehrfreiheit ist dass sie digitale Angebote für Menschen mit Rollstuhl verfügbar machen.
00:25:13: Das ist in Deutschland nicht so.
00:25:14: Es ist absurderweise so das Menschen mit rollstuhlticket immer noch nicht über die App buchen können sondern einen gesonderten Antrag stellen müssen und es läuft zum Beispiel in Österreich auf jeden Fall besser.
00:25:25: also da können Menschen einfach an die App gehen ihren Behindertengrad angeben.
00:25:29: Angeben ob Sie mit Roll Stuhl kommen oder nicht Und dann können Sie ganz einfach Ihr Ticket buchen, also auch wieder eine relativ simple Lösung eigentlich.
00:25:38: Genau und ein ganz schönes Beispiel auf das ich gestoßen bin in meiner Recherche ist auch Finland weil Finnland sich einsetzt für Menschen mit Behinderungen deren Behinderung eben nicht für andere oder nicht so gut sichtbar ist.
00:25:52: Das sind zum Beispiel Menschen mit Autismus- oder Gedächtnisstörungen die halt oft auch auf Hilfe angewiesen sind beim Reisen Und genau, die haben Entzügen und in Bahnhöfen auch Anspruch auf kostenlose Hilfe ohne einen Attest vorweisen zu müssen oder sowas.
00:26:08: Aber ich glaube insgesamt kann man sagen ist es überall noch viel
00:26:11: zu tun.
00:26:13: Ja das klingt danach!
00:26:14: Auch nach vielen Beispielen wo wir uns was abgucken könnten und wo auch die Deutsche Bahn noch viel lernen hat.
00:26:23: Katharina, vielen Dank dass du bei mir warst und zu deiner Recherche erzählt hast.
00:26:29: Danke auch, dass ich hier sein durfte.
00:26:35: Das war Reingehen der Podcast der Wochentatz!
00:26:38: Wie immer danke ich Daniel Fromm für den Schnitt und Eva Lotter an der Reha für die Produktion.
00:26:44: Wenn es euch gefallen hat lasst gerne eine Bewertung da und teilt den Podcast mit euren Freundinnen.
00:26:50: wenn ihr uns mitteilen wollt was wir besser machen können erreicht ihr uns unter reingehen at tats.de.
00:26:57: Macht's gut und bis bald.
00:27:05: Ich sag jetzt nix, weil ich sag dann ja wieder was.
00:27:10: Ach so vielleicht noch kurz Pegeln wäre eine Maßnahme?
00:27:13: Und mal!
00:27:13: Also grundsätzlich immer so ne
00:27:17: Pause
00:27:18: zwischen dem Mikro und...und ungefähr hörst du mich sehr laut?
00:27:28: Für mich sehr laut ist aber ich frag nicht dass ich dir so ein Schreihe.
00:27:32: Ja gut oder?
00:27:32: Ja ich weiß es nicht, du weißt das ist mein erster Podcastauftritt.
Neuer Kommentar